Signale gesetzt

Hohe Effizienz an produktivem Standort

In einer Zeit, wo von Kraftwerksrückbau die Rede ist, betreibt die Meag ein junge Gas- und Dampfturbinenanlage. Sie wird mit Erdgas betrieben und versorgt zirka 300 Industrie- und Gewerbebetriebe - und das dank Kraft-Wärme-Kopplung auch wirtschaftlich.

09. November 2001

Im November des vergangenen Jahres nahm die Mitteldeutsche Energieversorgung Aktiengesellschaft (Meag) aus Halle eine Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Bitterfeld in Betrieb. Mit dem Bau der Kraftwerksanlage wurde 1999 begonnen. Die Anlage wird mit Erdgas betrieben und liefert Strom und Wärme an rund 300 Industrie- und Gewerbebetriebe im Chemiepark. Die neue Kraftwerksanlage ersetzt das seit 1976 mit einheimischem Erdgas befeuerte Heizkraftwerk, das den gestiegenen Ansprüchen des Umweltschutzes und der effektiven Energieversorgung nicht mehr gerecht wurde.

Der Neubau des Kraftwerkes in Zeiten vorhandener Überkapazitäten in der Energieerzeugung ergab sich aus dem örtlichen Bedarf an Strom und Prozessdampf der industriellen Großkunden. Mit dem neuen Kraftwerk Bitterfeld gewährleistet die Meag, dass der steigende Bedarf an Energie und Prozessdampf für die Grundstoffindustrie im Chemiepark Bitterfeld/Wolfen ausreichend gedeckt werden kann.

Der Bau eines hochmodernen, neuen Kraftwerkes in Bitterfeld setzte ein Signal für die positive Entwicklung des Standortes. Norbert Wenner, Vorstandsvorsitzender der Meag dazu: „Dieses Kraftwerk ist deshalb auch ein Zeichen dafür, dass der traditionsreiche Standort Bitterfeld/Wolfen auf gutem Wege ist, einen herausragenden Platz in der deutschen Industrielandschaft einzunehmen, den er lange Zeit inne hatte.“

Die Erzeugung von Strom und Dampf in Kraft-Wärme-Kopplung gewährleistet eine wirtschaftliche und sichere Lieferung beider Energiearten an den Kunden. Darüber hinaus werden durch eine effiziente Gasturbinenanlage mit einem hohen Brennstoffausnutzungsgrad Schadstoffemissionen, wie Stickoxide und der CO2-Ausstoß, erheblich vermindert.

Kern des Heizkraftwerks ist die Gasturbine. Durch Nutzung der Abgaswärme aus der Gasturbine in einem Abhitzekessel wird der hierbei erzeugte Dampf in einer nachgeschalteten Dampfturbine zur weiteren Energieumwandlung genutzt. Neben der Erzeugung von Elektroenergie wird Prozessdampf ausgekoppelt. Bei diesem Kraft-Wärme-Kopplungsprozess erfolgt eine hohe Ausnutzung des Brennstoffes, was wiederum zur Ressourcenschonung bei gleichzeitiger Reduzierung der Emissionen führt. Der Wirkungsgrad bei der Stromerzeugung liegt bei über 52 %. Der Brennstoffausnutzungsgrad erreicht Werte über 80 %. Die neue Kraftwerksanlage erfüllt die Bestimmungen des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes.

Erschienen in Ausgabe: 07/2001