›Silphie‹-Pflanzen zur Biogaserzeugung

RWE Innogy testet neue Energiepflanzen zur Biogaserzeugung. Dafür setzt das Unternehmen auf zwei Rekultivierungsflächen im Tagebau Garzweiler 160.000 ›Silphie‹-Pflanzen.

29. Mai 2013

Die Pflanzen sollen in den Biogasanlagen von RWE in Neurath und in Bergheim-Paffendorf eingesetzt werden. Das Unternehmen will den Gasertrag und die Biogasqualität mit der anderer Energiepflanzen vergleichen. Zudem führe man Untersuchungen über den Pflegeaufwand, die Flächenerträge und den ökologischen Mehrwert der Silphie durch. Das Kölner Büro für Faunistik begleitet das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt. »Wir wollen bei der Versorgung unserer Biogasanlagen neue Wege gehen. Die Untersuchung von neuen Rohstoffen ist dafür ein ganz wesentlicher Aspekt«, so Dr. Hans Bünting, Geschäftsführer der RWE Innogy.

Eine kleine Testfläche hat das Unternehmen bereits im Jahr 2010 im Tagebau Garzweiler angelegt. Auf der Rekultivierungsfläche stehen rund 12.000 Silphie-Pflanzen. Das von der Fläche geerntete Substrat wurde in den letzten beiden Jahren in Biogasanlage Neurath eingesetzt. Erste Ergebnisse sind vielversprechend, so RWE Innogy.

Die ›Durchwachsene Silphie‹ ist vor allem aufgrund ihrer Anpassung an trockene Standorte als Energiepflanze interessant. Zudem zeichnet sie sich durch einen hohen Biomasseertrag und eine hohe Biogasausbeute aus, die mit anderen Energiepflanzen vergleichbar sind. Die aus Nordamerika stammende Energiepflanze kommt dort in mit mitteleuropäischen Klimaverhältnissen vergleichbaren Gebieten vor. Sie lässt sich deshalb auch in Europa problemlos anbauen. Dabei kann sie über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren regelmäßig beerntet werden. Als mehrjährige Staude bietet die Silphie weitere Vorteile gegenüber anderen Energiepflanzen, wie etwa Mais. Durch die Beschattung des Bodens mit dem Blattwerk sind ab dem zweiten Anbaujahr keine Unkrautbekämpfungsmaßnahmen mehr nötig. Zudem wird Bodenerosion weitgehend vermieden. Aufgrund ihrer langen Blütezeit von Juni bis September kann sie außerdem vielen Blütenbesuchern, wie Hummeln, Bienen und Schwebfliegen als Nahrungsquelle dienen.