Skandinavischer Spotmarkt

Preisdifferenzen:

Unter perfekten Marktbedingungen gleichen sich Preisdifferenzen zwischen den Preisregionen in Skandinavien aus: Der grenzüberschreitende Stromfluss sorgt dafür, dass der Strom von der relativ günstigen Preisregion in die relativ teure Preisregion gelangt.

30. November 2009

In diesem Sommer hingegen notierte der Spotpreis für Schweden bis zu 20€ über dem Spotpreis für die südliche Region Norwegens. Im September belief sich die Preisdifferenz im Durchschnitt auf 12€. Eine ähnliche Situation lag bereits im Sommer 2008 vor, als der schwedische Spotpreis im Juni im Mittel 32€ über dem Preis für die Region Südnorwegen notierte.

Ursache sind vor allem technisch bedingte Kapazitätsbeschränkungen auf grenzüberschreitenden Stromleitungen. Seit März 2008 ist der Stromfluss von Südnorwegen nach Schweden von 2.000MW auf rund 700MW begrenzt. Im September 2009 sank die Durchleitung an einigen Tagen sogar auf 450MW. Zudem wurde die Stromleitung von Norwegen in die Niederlande mit durchschnittlich 570MW nur zu 80% ausgeschöpft.

Gleichzeitig lag die Stromproduktion aus Wasserkraftwerken in Norwegen mit durchschnittlich 13.600MW im normalen Bereich. In Schweden führten die Fundamentaldaten zu einer entgegengesetzten Preisentwicklung.

Die Stromproduktion schwedischer Kernkraftwerke schwankte im September zwischen 2.200 und 4.400MW, bei einer installierten Leistung von 9.000MW. Mit der Steigerung der Stromexporte von Südnorwegen nach Schweden schrumpfte die Differenz der regionalen Spotpreise im Oktober hingegen wieder auf 1,5€.

Dr. Evelin Lückerath (evelin.lueckerath@statkraft.de)

Erschienen in Ausgabe: 11-12/2009