TAGUNG

Smart Meter: Messtechnik mit Köpfchen

Die Branche wartet seit Monaten auf den Abschluss der BSI-Zertifizierungsverfahren für mehrere Smart Meter Gateway-Hersteller. Das Smart Metering haben viele Messstellenbetreiber bereits intensiv getestet. Das wurde bei einer Branchentagung deutlich.

20. September 2019
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(Bild: patpitchaya – stock.adobe.com)

In Deutschland gibt es rund 100 Feldprojekte für die Gateway-Administration. Das wurde auf dem 3. Smart Metering Summit bekannt, den Theben, Hager und Lackmann in Obernai im Elsass veranstaltet haben. Zwei Tage diskutierten Experten, Referenten und Teilnehmer Herausforderungen und Lösungen rund um intelligente Messesysteme und die Digitalisierung der Energiewende.

Wie verhalten sich intelligente Messsysteme im Feld? Wie lassen sich Prozesse effizient gestalten und neue Geschäftsmodelle entwickeln? Geht es noch um Digitalisierung oder bereits um die Automatisierung?: Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung im Hager Forum.

Neben Präsentationen der Branchenverbände ZVEI, FNN und VDE wurde das Programm durch praxisnahe Expertenvorträge ergänzt.

Rowen Konzelmann von Theben stellte unter anderem die Home Energy Management-Lösung vor, die Theben und die EnBW-Tochter Energybase entwickelt haben. Als White Label kommt sie bereits bei etlichen Stadtwerken zum Einsatz, so Konzelmann.

Ein Unternehmensvertreter der Rhein Energie aus Köln berichtete über Erfahrungen beim Aufbau eines virtuellen Kraftwerks aus Nachtspeicherheizungen. Die EGT Triberg referierte gemeinsam mit der EWS Schönau und der Oxygen Technologies aus Freiburg über Peer-to-Peer Stromgemeinschaften und welche Potentiale nach der EEG-Förderung genutzt werden können.

Netze BW erläuterte, wie sie smarte Netze durch intelligente Messysteme aufbauen. Die gesetzlichen Steuerungsmöglichkeiten nach § 14a des EnWG wurden von den Experten der Rechtsanwaltskanzlei Becker Büttner Held aus Hamburg beleuchtet.

Marco Sauer vom ZVEI wies darauf hin, dass die Digitalisierung der Energiewende unumgänglich sei. Gregor Rohbogner von Oxygen Technologies ging in seinem Vortrag mit dem Titel ‚Was kommt nach der EEG-Förderung?‘ noch einen Schritt weiter. „Es geht um die Automatisierung der Energie“, so Rohbogner. Damit meint er vollautomatisches Schalten, Regeln und Steuern sowie den automatischen Energiehandel.