Smart Metering

Technik

Hager - Zur Messung und Verrechnung photovoltaisch erzeugter Energie bietet sich die modulare eHZ-Zählerplatztechnik geradezu an, da sie alle technischen Voraussetzungen dazu uneingeschränkt erfüllt.

05. Mai 2011

Generell herrschen in eHZ-Zählerschränken dank der geringeren Abmessungen des elektronischen Haushaltszählers deutlich großzügigere Raumverhältnisse als in Schränken mit Ferraris-Zählern. Somit ist dort in aller Regel genügend Platz zum Einbau eines zusätzlichen Zählers für Photovoltaik-Anlagen vorhanden, da ein eHZ-Zählerfeld Platz für zwei nebeneinander montierte eHZ bietet – beispielsweise für einen Wirkverbrauchszähler und einen Wirklieferzähler.

Die Ausstattung mit einer zweiten eHZ-Anschlusskassette (BKE-I) ist in einfeldigen eHZ-Zähleranlagen und Zählerfeldern mit 900 mm Höhe nach TAB 2007 Bundesmusterwortlaut für Anwendungen bis 4,6 kVA möglich. Damit lassen sich eHZ-Einfamilienhaus-Zähleranlagen mit Klein-PV besonders platzsparend realisieren. Soll die Photovoltaik-Anlage nicht gleich installiert werden, ist auch eine einfache Nachrüstung der zweiten eHZ-Anschlusskassette möglich. Viele konventionelle Zähleranlagen verfügen über ein Reserve-Zählerfeld, das zur Messung von PV-Energie genutzt werden kann. Um bei solchen Anlagen ebenfalls von den Vorteilen der eHZ-Technik profitieren zu können, sind am Markt Adapter zur einfachen Ertüchtigung von alten 3-Punkt-Zählerplätzen auf die moderne eHZ-Steckkontaktierung erhältlich.

Hager bietet dazu den modularen Multifunktionsbaustein BKE-M an, mit dem sich Bestandsanlagen besonders flexibel für die zukunftsweisende eHZ-Technologie umrüsten lassen. Der entscheidende Vorteil dieser Adapterlösung liegt in ihren zusätzlichen Installationsflächen für die sofortige oder spätere Integration von Smart-Metering-Zusatzfunktionen. Den gesetzlichen Rahmen für die Erzeugung, Einspeisung und Vergütung von regenerativ erzeugtem Strom bildet das Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien EEG 2009. §33 EEG zur Nutzung solarer Strahlungsenergie an oder auf Gebäuden definiert unter anderem die beiden grundsätzlich möglichen Arten der Einspeisung:

+ Direkteinspeisung in das Verteilnetz

+ Überschusseinspeisung: Eigenverbrauch und Einspeisung der überschüssigen Energie in das Verteilnetz

Verbraucht der Eigentümer einer Photovoltaik-Anlage den erzeugten Strom selbst und speist nur die überschüssige Energie in das Verteilnetz ein, lässt sich auch diese Nutzungsvariante mit Standard-eHZ-Zählerfeldern lösen. Dabei ist jedoch gegenüber PV-Anlagen mit reiner Einspeisung ins öffentliche Stromnetz eine geänderte Verdrahtung des Zählerplatzes erforderlich.

Um die modifizierte Verdrahtung für den Elektrotechniker möglichst einfach zu gestalten, hat Hager zwei Bestückungspakete mit sämtlichen erforderlichen technischen Komponenten einschließlich 63-A-Hauptschaltern, Hutschienen, Sammelschienen-Isolierprofilen, Hauptleitungsabzweigklemmen und Verbindungsleitungen entwickelt. Die Pakete decken alle gängigen Zählerplatz-Ausführungen ab, sodass sich mit der eHZ-Systemtechnik beide Einspeisevarianten problemlos umsetzen lassen.

§7 EEG (Ausführung und Nutzung des Anschlusses) des EEG 2009 gibt dem Anlagenbetreiber die Möglichkeit, neben dem Anschluss der Erzeugungsanlagen auch die Einrichtung und den Betrieb der Messeinrichtungen einschließlich der Messung alternativ zum Netzbetreiber von einer fachkundigen dritten Person vornehmen zu lassen.

Diese Aufgabe kann in Abstimmung mit dem örtlichen Netzbetreiber also auch der Elektrotechniker für den Anlagenbetreiber übernehmen. Die Messeinrichtung muss dabei den eichrechtlichen Vorschriften entsprechen. Stromzähler, die wie hier im geschäftlichen Verkehr eingesetzt werden, unterliegen in Deutschland der Eichpflicht. Nach Ablauf der Eichgültigkeitsdauer (derzeit 8 Jahre bei elektronischen Zählern) muss die Eichgültigkeit mittels Prüfung durch eine stattlich anerkannte Prüfstelle verlängert werden oder das Messgerät ausgetauscht werden.

Mit steckbaren eHZ ist dieser Service für den Anlagenbetreiber besonders sicher und schnell zu bewerkstelligen. Zur eigentlichen Messung ist mittlerweile für alle praxisrelevanten Anforderungen ein komplettes Programm an MID-konformen – also der Europäischen Richtlinie für Messgeräte entsprechenden – elektronischen Haushaltszählern der Genauigkeitsklassen A beziehungsweise B für den Tarifkundenbereich lieferbar: Neben eHZ-Wirkverbrauchszählern für die klassische Standardanwendung in Einfamilienhäusern sind dies unter anderem auch Varianten für Einkunden-Zählerplätze mit Photovoltaikanlage. Für alle Formen der Photovoltaik-Messung gibt es spezielle eHZ-Ausführungen:

1. Wirklieferzähler ohne Rücklaufsperre zur Messung von Einspeiseenergie bei direkter Einspeisung in das Verteilnetz;

2. Wirklieferzähler mit Rücklaufsperre zur Messung von erzeugter Energie bei Überschusseinspeisung;

3. Zweienergierichtungszähler mit zwei getrennten Tarifregistern für beide Energieflussrichtungen, die damit sowohl die verbrauchte als auch die eingespeiste Energie zählen (alternativ zu 1. und 2.).

Hintergrund

Überspannungsschutz

Neu ist der Photovoltaik-Überspannungsschutz SPV325 Typ 2 in Modulbauweise zur Hutschienenmontage. Das Gerät mit 3-stufiger DC-Schaltvorrichtung ist gemäß IEC 60364-7-712 einsetzbar in allen PV-Systemen mit einer maximalen Photovoltaik-Dauerspannung bis 1.000 V. Dort schützt es die Photovoltaik-Module zuverlässig vor gefährlichen Überspannungen.

Das Modul besteht aus einem Basisteil und drei wechselbaren Steckmodulen Plus, Minus und PE. Wichtig: Die integrierte Gleichstromsicherung ermöglicht einen lichtbogenfreien und damit sicheren Wechsel der Schutzmodule.