Smarte Lösungen für Anspruchsvolle

Editorial

Die Zukunft der Energiewelt ist smart. So wird der Kunde etwa künftig über einen Smart Meter mit seinem Energielieferanten kommunizieren.

05. Oktober 2009

Das intelligente Gerät klärt ihn nicht nur über seinen aktuellen Energieverbrauch auf, sondern ermöglicht es ihm auch neue, günstige Tarife zu nutzen, indem er etwa dann Strom bezieht, wenn dieser in großen Mengen (Windstrom) zur Verfügung steht. Soweit die Theorie.

Die Praxis sieht (noch) etwas anders aus. So fehlt es derzeit in der Bevölkerung an Akzeptanz. Eine Studie von Simon-Kucher besagt, dass die Verbraucher von den aktuellen Smart-Meter-Produkten wenig begeistert sind. Die Berater haben herausgefunden, dass tragbare Geschäftsmodelle einen erheblichen Mehrwert bieten müssen. Sie schlagen vor, sich bei anderen Branchen zu orientieren und etwa den Smart Meter zusammen mit einer AAA-Waschmaschine zu verkaufen. Eine solche Kooperation ist der Ökostromanbieter Lichtblick jetzt mit dem Küchengerätehersteller Neff eingegangen. Wechseln Neff-Kunden zu Lichtblick, erhalten sie vier Monate lang den Strom-Grundpreis erlassen.

Dieses Modell ist für einen regional tätigen Energieversorger sicher weniger passend. Aber auch EVU müssen laut Gesetz zum Jahresbeginn 2010 eine Lösung in der Tasche haben. Dabei sollten sie ihre Vorteile nutzen. So zeigt eine Untersuchung, dass sich eine Markteinführung nur dann wirtschaftlich darstellen lässt, wenn Smart Meter flächendeckend im Versorgungsgebiet ausgerollt werden (Seite 38). Die kritische Größe liege bei 10.000 Zählern. Damit werden sich neue Anbieter schwer tun. Zudem liegen jetzt Studien über potenzielle Zielgruppen vor. Hoch im Kurs stehen die ›anspruchsvollen Wechselunwilligen‹. Jetzt nichts zu tun, könnte der falsche Weg sein. Wie heißt es so schön: Wer zu spät kommt, den ...

Erschienen in Ausgabe: 10/2009