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Markt

So geht Energieeffizienz

Energiekosten zu sparen ist ein permanenter Prozess in vielen Firmen. Wie sollten Unternehmen dabei vorgehen? Hier ein gutes Beispiel eines Automobilizulieferes aus Ostbayern.

06. September 2018

»Unternehmen erreicht dank Energiedatenmanagement Einsparziele«. So oder ähnlich ist es immer zu lesen. Diese Erfolge beruhen zumeist auf dem gekonnten Zusammenspiel von Mensch und Technik, sagen Experten. Sie raten dazu, Energiemanagementsystem und Energiemanager vor Ort immer als ein Team zu sehen.

Nur gemeinsam erreicht man die gesteckten Ziele. In der Praxis stellen Energieeffizienzexperten immer wieder fest, dass vielen Unternehmen dieser Zusammenhang nicht klar ist.

Teamarbeit

»Leider stellen wir immer wieder fest, dass Firmen ein Energiedatenmanagementsystem einsetzen aber keinen Energiemanager, der die nötige Zeit und Ausbildung hat«, so die Firma KBR aus Schwabach bei Nürnberg. KBR ist ein Spezialist für Energiemanagement in Unternehmen.

Ein Energiedatenmanagement spart keine einzige Kilowattstunde ein. Die Einsparung entsteht aufgrund von Datenanalysen und den richtigen Entscheidungen des Energiemanagers.

Das zeigt auch das Beispiel eines Automobilzulieferers. Binnen fünf Jahren senkte die Firma in ihrem Werk in Ostbayern den relativen Stromverbrauch um 20 Prozent.

Das geschah nicht mit einer Maßnahme oder auf einen Schlag, sondern mit mehreren Kleinprojekten. Zudem stellt das Unternehmen eigens einen Mitarbeiter ab, der für die Überwachung der Energiedaten mittels Software zuständig ist und die Mess- und Kostenstellen auswertet. Das ist ein essenzieller Schritt, um die geplanten Einsparziele tatsächlich zu erreichen, so KBR.

Rund 640 Messpunkte

Die Daten liefert die KBR-Software ‹Visual Energy 4›. Sie erfasst die Signale von rund 640 Messpunkten, die in dem Werk des Automobilzulieferers in Ostbayern installiert sind. Die Software sammelt dort unabhängig vom Hersteller des Messwertaufnehmers Messergebnisse für Strom, Erdgas, Wasser, Druckluft und diverse Prozess- und Betriebsmittelleitungen. Die Messstellen müssen dafür nicht alle in das System eingebunden sein; die Daten können daneben sowohl per Hand als auch mobil über eine App eingetragen werden.

Laut KBR können die Zahlen jederzeit zusammengefasst und etwa auf außergewöhnliche Schwankungen überprüft werden. Das ist wichtig, denn Strom und Erdgas kosten immer dann vergleichsweise wenig, wenn die Energieabnahme gleichmäßig ist.

Kostspielig wird es, wenn dem keine Beachtung geschenkt wird und durch Unachtsamkeit hohe Leistungsspitzen auftreten. Diese werden Unternehmen vom Energieversorger teuer in Rechnung gestellt.

Der Automobilzulieferer nutzt die Software von KBR aktiv und arbeitete dabei nach der Plan-Do-Check-Act-Methode, um Einsparpotenziale aufzudecken und damit den Energieverbrauch kontinuierlich zu optimieren. »Mehrere erfolgreiche Aktionen beruhen dabei auf der Auswertung von Energiedaten«, so KBR in einer Projektbeschreibung. So konnte unter anderem der Stromverbrauch am Wochenende gesenkt werden. Zudem wurden die Bauteile besser ausgelastet und die Netzqualität verbessert, heißt es.

KBR bietet nach eigenen Angaben von der Planung bis zur Implementierung einen umfassenden Kundenservice über Standorte in ganz Deutschland an. Dazu hält das Unternehmen auch Workshops in eigenen Seminarräumen ab, um Nutzern die Möglichkeiten der Software näherzubringen.

Die Energiemanager überwachen per ›Visual energy 4‹ ständig die Stoffströme im Werk. Zudem können für die Fertigungen sogenannte Dashboards erstellt werden. Sie zeigen live Kennzahlen und Energiedaten an.

Die Verantwortlichen definieren regelmäßig Benchmarks zwischen den einzelnen Arbeitsschichten im Werk. Ferner lässt man immer wieder Verbräuche innerhalb eines bestimmten Zeitraumes automatisch überwachen. Das System gibt die Kennzahlen der einzelnen Schichten automatisch aus und macht einen Benchmark, so KBR. Dann wird die mittlere Energiemenge ermittelt und ein Ranking erstellt. So können Arbeitsweisen erkannt und Maßnahmen wie die Schulung oder Sensibilisierung der Mitarbeiter vorgenommen werden. Denn das System erkennt automatisch Abweichungen in einzelnen Messstellen von der erwarteten Energiemenge und meldet dies. Rund 640 Messstellen, das klingt viel. De facto ist es ein Durchschnittswert. »In der Praxis haben wir Kunden mit drei bis 2.000 Messstellen«, so KBR. hd

Checkliste: Energiesparen mit System

1. Unternehmen sollten eine Messstelle nach der anderen analysieren.

2. Wie sieht das Lastverhalten aus?

3. Welche Energie wird in Stillstandszeiten benötigt?

4. Danach wird an der Messstelle eine sogenannte Erwartungshaltung hinterlegt.

5. Am besten verwenden Unternehmen den P-D-A-C-Zyklus aus der ISO 50001

Erschienen in Ausgabe: Nr. 06 /2018