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Technik

Energietechnik - Airbus hat in seinem Hamburger Werk Schaltanlagen modernisiert. So ist die Flugzeugproduktion noch ein Stück verlässlicher geworden.

23. Februar 2017

Der Flugzeugbauer erarbeitete mit Eaton eine Komplettlösung. Diese umfasste die Überwachung der Schaltgerätetechnik, eine kontinuierliche Temperaturüberwachung der neuralgischen Punkte in der Anlage sowie ein Störlichtbogenschutzsystem, so Eaton.

»Eckpfeiler dieser Lösung waren die Leistungsschalter der Produktfamilie IZM für Leistungen von 630 bis 4.000 A mit elektronischer Auslöseeinheit und integrierter Messfunktion«, heißt es in einer Projektbeschreibung. Diese sind in der Lage, im Falle von Überstrom, Unterspannung oder Überlast detaillierte Daten an das Logging- und Visualisierungssystem Breaker Visu zu übermitteln. Darüber hinaus wurden auch alle bestehenden Leistungsschalter NZM in das Monitoringkonzept mit eingebunden.

Dies war dank des intelligenten Verbindungs- und Kommunikationssystems Smartwire-DT einfach möglich, so Eaton. »Die direkte Anbindung von Breaker Visu an die Gebäudeleittechnik erlaubt es dem Airbus-Team heute, per Webvisualisierung alle relevanten Daten der Energieversorgung im Detail abzufragen, damit Abweichungen schneller zu identifizieren und Fehler zügiger zu beheben sind.«

Kontrolle der Temperaturen

Mit Eatons Diagnosesystem zur Temperaturüberwachung können die Techniker in Finkenwerder erstmals kontinuierlich die Temperatur der kritischen Bereiche der Schaltanlage überwachen. Wie bisher in der Industrie üblich und vorgeschrieben, hatte Airbus in der Vergangenheit in regelmäßigen Abständen eine Thermographie vorgenommen.

Doch diese liefert nur eine Momentaufnahme für eine bestimmte Lastsituation. Darüber hinaus lassen sich mit ihr verdeckte und schwer zugängliche Stellen in der Schaltanlage, wie Verbindungen hinter den Hauptstrom-Schaltgeräten, nicht erreichen.

Diagnose-Controller

»Deutliche Vorteile im Vergleich zu diesem traditionellen Ansatz bietet Eatons innovative Lösung, die auf einem Diagnose-Controller, autark betriebenen Temperatursensoren für die Überwachung aller Sammelschienen und Verbindungsstellen sowie flexibel einsetzbaren Temperatursensoren für die Erfassung von allen anderen Messpunkten basiert«, so das Unternehmen.

Dabei werden die Temperaturwerte per Funk in regelmäßigen Abständen von zirka zehn Minuten an den Controller übertragen. Diese drahtlose Verbindung vereinfacht die Installation und hält den Sammelschienenraum. In der Schaltanlage für Halle 9 wurden knapp 80 Temperatursensoren installiert.

Grenzwerte hinterlegt

Im Controller hat Eaton unter anderem die Grenzwerte seines Schaltanlagensystems Modan hinterlegt. Diese stellen das wesentliche Know-how des Systems dar. Bei Abweichungen generiert das System entweder eine Warnmeldung oder löst Alarm aus. (hd)

Erschienen in Ausgabe: 02/2017