So sollten Versorger Künstliche Intelligenz nutzen

Nur 23 Prozent der Versorger haben eine Strategie für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Das ergab eine Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger.

15. März 2018

Die Energieversorger erleben derzeit eine rasante Transformation, denn die Rahmenbedingungen ihres Geschäftes ändern sich.

 

Obwohl 83 Prozent der europäischen Energieversorger sich diesem Wandel bewusst sind, besitzen gerade mal 23 Prozent von ihnen eine durchdachte Strategie für den Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI), so die neue Roland Berger-Studie ‚Artificial intelligence: A Smart move for utilities‘.

 

Doch durch den konsequenten Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnten Energieversorger ihre Wettbewerbsfähigkeit stark verbessern, heißt es in einer Mitteilung des Beratungsunternehmens.

 

Schrittweise in Richtung Künstliche Intelligenz

 

Dank Künstlicher Intelligenz entstehen immer mehr branchenspezifische Anwendungen: Maschinen und Steuerungssysteme sind so programmiert, dass sie nicht nur Daten und Algorithmen nutzen, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen, sondern auch dazulernen und immer besser werden.

 

Gerade in der Energiebranche können solche Anwendungen auf Basis von Echtzeitdaten über die Energieerzeugung und den Kundenbedarf Angebot und Nachfrage automatisch steuern, so das Consultingunternehmen.

 

"Dadurch können Versorger die dezentrale Stromerzeugung besser planen und steuern", so Torsten Henzelmann von Roland Berger.

 

Die Experten empfehlen einen schrittweisen Einstieg in die Nutzung von Künstlicher Intelligenz.

 

Zunächst sollten Energieversorger bereits fertige Anwendungen einsetzen, um bestehende Systeme zu optimieren; etwa Predictive Maintenance, bei der Anlagen lernen, sich selbst zu überwachen und Instandhaltungsarbeiten punktgenau zu veranlassen.

 

Automatisierter Energie-Handel

 

Auch durch automatisierte Energie-Handelssysteme können Versorger effizienter wirtschaften und Kosten sparen. Dadurch können Unternehmen im zweiten Schritt die freiwerdenden Mittel in die Entwicklung neuer KI-basierter Geschäftsmodelle investieren, heißt es.

 

"Energieversorger haben das Potenzial der Künstlichen Intelligenz für ihr Geschäft erkannt, sind aber momentan noch sehr vorsichtig und risikoscheu", so das Fazit von Torsten Henzelmann.

 

"Doch Unternehmen sollten nicht zu lange warten, um die eindeutigen Vorteile der KI-Technologie für sich zu nutzen und wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle daraus zu ziehen.“

 

Nach Henzelmanns Worten sollten Versorger insbesondere KI-Algorithmen nicht selbst  implementieren oder hierfür neue Kräfte akquirieren. Vieles sei im Markt bereits verfügbar.