Solarbranche: »Weitere Kürzungen sind kontraproduktiv«

Die deutsche Solarbranche hat in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, weitere Kürzungen der Solarstromförderung zu verhindern, so der Bundesverband der Solarwirtschaft BSW. »Erst im März hatte die Regierung neue Kürzungen von bis zu 24 Prozent pro Jahr beim Solarstrom beschlossen«, heißt es in dem Schreiben. Es bestehe kein Spielraum mehr für eine weitere Zusatzdegression in Höhe von 6%, wie sie im aktuellen EEG-Gesetzesentwurf vorgesehen sei.

03. Juni 2011

Die Solarwirtschaft benötige jetzt Verlässlichkeit, um ihren unverzichtbaren Beitrag zur Energiewende leisten und ihre Technologieführerschaft im internationalen Wettbewerb verteidigen zu können. In den letzten zweieinhalb Jahren wurde die Solarstromförderung in fünf Schritten um 40% reduziert.

Der offene Brief ist nachzulesen unter www.solarwirtschaft.de. Zu den rund 30 Unterzeichnern zählen unter anderem die Unternehmensleitungen der Firmen AEG Power Solutions, Bosch Solar Energy, Conergy, Gehrlicher, Q-Cells, Schott, Schüco, Sharp, SMA, Solarworld und REC Solar.

Auch die geplante deutliche Einschränkung des Förderanreizes zum Eigenverbrauch von Solarstrom sei kontraproduktiv. "Um die Energiewende möglichst kosteneffizient und bürgernah zu gestalten, bedarf es einer verstärkten Nutzung der Photovoltaik im eigenen Haushalt", so die Vertreter der deutschen Solarbranche.

Der Eigenverbrauch spare Kosten bei der EEG-Umlage, wirke netzstabilisierend und verringere den Bedarf zum Ausbau der Stromnetze. Statt die Förderung zusammenzukürzen, solle im Gegenteil eine intelligente Verbrauchssteuerung und Speicherung von Solarstrom auch "bei gewerblichen Anlagen durch einen eigenen Fördertarif angereizt werden", heißt es in dem Brief an die Kanzlerin.

Die Verbraucherumlage für die Solarförderung kann nach Einschätzung der Beratungsunternehmen Roland Berger und prognos durch den Eigenverbrauch um bis zu 300 Millionen Euro entlastet werden. Bislang wird ein überwiegender Teil des von Photovoltaik-Anlagen erzeugten Solarstroms nicht selbst verbraucht oder gespeichert, sondern ins öffentliche Stromnetz eingespeist.