Solarindustrie: AFASE warnt vor der Einführung von EU Strafzöllen

Der deutsche Solarhersteller SolarWorld hat laut Medienberichten diese Woche eine Antidumping-Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht. Die Allianz für Bezahlbare Solarenergie AFASE (Alliance for Affordable Solar Energy) spricht sich gegen eine mögliche Einführung von Strafzöllen auf chinesische Solarprodukte in der EU aus.

26. Juli 2012

»Offene Märkte sind unerlässlich, um Solarenergie bezahlbar zu machen und die Klimaschutzziele der EU zu erreichen«, so Gregory Spanoudakis, President European Operations von Canadian Solar und Mitglied von AFASE. »Die Solarenergie steht heute kurz davor, wettbewerbsfähig mit traditionellen Energiequellen zu werden. Ein fehlgeleiteter Handelsstreit würde die Branche um Jahre zurückwerfen und zudem tausende Arbeitsplätze in Europa gefährden«, so Spanoudakis weiter.

Protektionistische Maßnahmen würden der Solarindustrie in vielerlei Hinsicht schaden. Sie hätten gestiegene Preise zur Folge und würden die Verbraucher ebenso wie die Staatshaushalte stark belasten. Darüber hinaus würden sie auch Arbeitsplätze in den Branchen zerstören, die der Solarzellen-Produktion vor- und nachgelagert sind. In diesen Branchen, zu denen unter anderem Rohstofflieferanten, Baufirmen und Installateure zählen, sind etwa 80 % der rund 300.000 Beschäftigten der EU-Solarindustrie tätig.

In Europa installierte Solarmodule sind das Ergebnis einer globalen Wertschöpfungskette. Beispielsweise importieren chinesische Solarunternehmen große Teile ihrer Produktions- und Prüfungsanlagen und verschiedene Rohstoffe von europäischen Zulieferern. Für jedes in Europa montierte Solarmodul entsteht etwa 70 % der Wertschöpfung vor Ort – selbst wenn es außerhalb der EU produziert wurde.

Die AFASE wurde im März 2012 gegründet. Sie setzt sich für offene Märkte und freien Handel in der europäischen Solarindustrie ein. Die Allianz repräsentiert mehr als 70 Unternehmen aus der europäischen Solarbranche, die entlang der gesamten Photovoltaik-Wertschöpfungskette tätig sind, unter anderem Rohstofflieferanten, Gerätehersteller, Projektentwickler, Installateure und Wartungsbetriebe.