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Sonne lokal vermarkten

Wie können PV-Anlagenbesitzer am Energiemarkt teilnehmen und dabei aktiv zur Netz- und Systemeinbindung erneuerbarer Energien beitragen? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Pilotprojekt in Hannover, bei dem ein dezentraler virtueller Großspeicher auf Basis der Blockchain-Technologie für entsprechende Geschäftsmodelle entwickelt und getestet werden soll.

20. Juni 2018

Das Verbundprojekt „Blockchain-basierter, verteilter Großspeicher für PV-Anlagenbetreiber“ (kurz BloGPV) wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Partner sind das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Discovergy, der Hannoveraner Energieversorger Enercity , Fenecon und die TU Berlin.

Im Rahmen des Projekts werden Ansätze entwickelt und exemplarisch erprobt, die es auch kleinen, dezentralen Marktakteuren ermöglichen, mehr als bisher aktiv zur Netz- und Systemeinbindung erneuerbarer Stromquellen beizutragen, teilen die beteiligten Unternehmen weiter mit. Es gehe darum, Hürden abzubauen und Geschäftsmodelle für PV-Anlagenbesitzer zu entwickeln, die auch ohne Einspeisevergütung funktionieren.

Vermarktung an Dritte

Arbeitsziel von Enercity im Verbundprojekt ist die Entwicklung eines wirtschaftlich eigenständigen und  tragfähigen Geschäftsmodells zur Peer-to-Peer-Vermarktung von dezentral erzeugter Energie aus Photovoltaik-Anlagen. Dabei wird ausgewählten Kunden im Rahmen der Praxiserprobung mit der Teilnahme am virtuellen Großspeicher ein alternativer Marktzugang geboten.

Statt Einnahmen von lediglich zwei bis drei Cent durch Eigenvermarktung des Stroms an der Börse einzuplanen, sollen die Kunden so die Chance erhalten, den Eigenverbrauch ihres selbst erzeugten Stroms zu maximieren. Die nicht selbst benötigte Energie kann dabei über den virtuellen Speicher an Dritte vermarktet oder zum Lastausgleich der Netze verwendet werden.

Daten als Basis

Kernziel von Discovergy  im Projekt ist es, geeignete Schnittstellen zu schaffen, die die Übermittlung von Energiedaten aus intelligenten Messsystemen an Blockchain-basierte Mehrwertanwendungen möglich machen.

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) beschäftigt sich im Verbundprojekt mit der Analyse der Echtzeitdaten der verschiedenen Messstellen, Daten von Sensoren im Verteilnetz des lokalen Verteilnetzbetreibers sowie externe Quellen wie Wetterdaten. Daraus will es Prognosen über den zukünftigen Energiebedarf und -erzeugung ableiten.

Speicher steuern

Diese Information kann, im Rahmen des durch das Projektkonsortium zu entwickelnden dezentralen Speichermanagementsystems, zur Steuerung des virtuellen Großspeichers genutzt werden, teilen die Unternehmen mit.

Fenecon wird einen Prototypen für ein dezentrales Speichermanagement zur Verteilung von Regelleistung und Energie beisteuern. Dazu zählt auch die Steuerung der Speichersysteme, sowie die intelligente Vernetzung.

An der TU Berlin beteiligt ist das Fachgebiet Information Systems Engineering als Forschungs- und Entwicklungspartner mit Fokus auf Blockchains. Es entwickelt ein dezentrales Datenverarbeitungssystem, Smart Contracts und verteilte Transaktionen für das Abrechnungs- und Speichermanagement.

BloGPV ist einer von 15 Gewinnern des Technologiewettbewerbs Smart Service Welt II des BMWi.

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