Sparen allein reicht nicht

Energiesparen und Energieeffizienz entsprechen dem Zeitgeist. Vorige Woche startete das BMWi die öffentliche Konsultation zum Grünbuch Energieeffizienz. Es soll Leitfragen und Thesen für die langfristige Senkung des Energieverbrauchs formulieren. Die aktuellen Zahlen unterstreichen den Handlungsbedarf. Der Energieverbrauch in Deutschland hat sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 1,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöht. Das teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen mit.

16. August 2016

Insgesamt wurden den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 6.821 PJ beziehungsweise 232,6 Mio t Tonnen Steinkohleneinheiten (SKE) verbraucht.

 

Zum Verbrauchsanstieg trugen die kühlere Witterung zum Jahresbeginn, der diesjährige Schalttag, das anhaltende Wirtschaftswachstum sowie der Bevölkerungszuwachs bei, so die Arbeitsgemeinschaft in einer Mitteilung.

 

Gedämpft wurde der Anstieg durch zusätzliche Verbesserungen bei der Energieeffizienz.

 

Zunahmen beim Öl- und Erdgasverbrauch sowie bei den erneuerbaren Energien standen Rückgänge bei der Stein- und Braunkohle sowie bei der Kernkraft gegenüber.

 

Erneuerbare

 

Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch im ersten Halbjahr 2016 um 2,8 Prozent. Die Windenergie legte um 8 Prozent zu. Die Solarenergie verzeichnete dagegen ein Minus von 4 Prozent. Bei der Biomasse kam es zu einem Plus von 2 Prozent.

 

Kraftstoffe

 

Der Mineralölverbrauch erhöhte sich im 1. Halbjahr insgesamt um rund 4 Prozent. Beim Dieselkraftstoff gab es ein Plus von 8 Prozent, der Verbrauch von Ottokraftstoff nahm um knapp 1 Prozent zu und der Verbrauch an Flugkraftstoff stieg um knapp 4 Prozent.

 

Der Absatz von leichtem Heizöl verzeichnete einen Zuwachs von 9 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres.

 

Erdgas

 

Der Erdgasverbrauch lag mit knapp 7 Prozent im Plus. Hauptgründe für den kräftigen Zuwachs waren der höhere Einsatz in der Stromerzeugung sowie die kühlere Witterung in den Monaten Januar, März und April. Der Erdgasverbrauch der Industrie lag in etwa auf Vorjahresniveau.

 

Kohle

 

Der Verbrauch an Steinkohle lag im 1. Halbjahr 2016 knapp 2 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Während der Einsatz in der Stromerzeugung zugunsten der erneuerbaren Energien um etwa 3 Prozent zurückging, blieb der Verbrauch der Stahlindustrie nahezu unverändert.

 

Der Verbrauch von Braunkohle sank gegenüber den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres um 1,6 Prozent. Die Stromerzeugung aus Braunkohle verminderte sich wegen einer niedrigeren Kraftwerksverfügbarkeit in etwa der gleichen Größenordnung.

 

Kernenergie

 

Bei der Kernenergie kam es zu einem Minus von rund 15 Prozent.