Sparen mit Hochdruck

PET-Anlage: Geringere Energiekosten durch Halblastregelung

Der Rekordsommer hat& pos;s gezeigt: Auch unter extremen Bedingungen verrichtet der Kompressor bei den Peterstaler Mineralquellen in Bad Peterstal klaglos seinen Dienst. Zudem spart der Getränkeproduzent mit der neuen Anlage einiges an Energie.

30. Dezember 2004

Die Peterstaler Mineralquellen haben im Oktober 2000 im Zweigwerk Bad Rippoldsau PET-Gebinde in das Produktprogramm aufgenommen und füllen dort „Black Forest Pearl“ in 1,5-Liter-Flaschen ab. Seit Mai dieses Jahres kann auch die Dachmarke Peterstaler in PET-Flaschen abgefüllt werden. Dazu musste im Werk Bad Peterstal eine PET-Linie aufgebaut werden. Dabei galt das Augenmerk des Prokuristen und technischen Betriebsleiters Willi Rudischhauser der Druckluftanlage. „Hier kann man viel Geld und Produktionskosten sparen. Wir haben uns mehrere Maschinen angeschaut und suchten nach einem nicht überdimensionierten Kompressor, der auf unsere Anforderungen optimal abgestimmt ist.“

Als Streckblasmaschine kommt bei Peterstaler eine SIG-Blowmax mit zwölf Kavitäten für 18.000 Flaschen pro Stunde zum Einsatz. Durch die günstige Anordnung der Preform-Heizung und den kurzen Weg der Blasluft zur Blasform ergibt sich ein geringerer Energieverbrauch. „Daher haben wir uns für die Hochdruck-PET-Anlage H 5282 von CompAir entschieden.“ Die Maschine der CompAir Drucklufttechnik GmbH, Simmern, liefert 300 kW Nennleistung und verdichtet auf etwa 40 bar.

Das Modell ist eine wassergekühlte, ölfrei verdichtende, dreistufige Anlage mit drei doppelt wirkenden Zylindern in schwingungsgünstiger W-Anordnung. Der gesamte Block benötigt nur wenige Quadratmeter Platz und hat einen ruhigen und leisen Lauf. Rudischhauser dazu: „Der Kompressor wandert nicht.“

Die Vorteile der Anlage liegen vor allem in der energieeffizienten Regelbarkeit: Bei Halblast wird nur 52 % der Energie verbraucht, während im Leerlauf ein Energiebedarf von etwa 10 % entstünde. Die von CompAir entwickelte Halblastregelung ermöglicht je nach Einsatzfall eine Energiekosteneinsparung von 6 bis 8 % im Vergleich zu den Frequenzumrichter-Modellen der Konkurrenzanbieter. „Derzeit produzieren wir durch die einzigartige Technik von CompAir nur etwa fünf bis sechs Prozent Luftüberschuss“, sagt Rudischhauser. Mit den Anlagen entfallen aber nicht nur die ständigen Energieverluste von etwa 10 % beim Schalten in den Leerlauf; die unkomplizierte Regelung mit Hilfe zweier Magnetventile erlaubt darüber hinaus unbegrenzte Schaltspiele zwischen den einzelnen Laststufen.

Der installierte Kompressor ist nach jeder Stufe mit einem integrierten Pulsationsdämpfer, Luftkühler und Kondensatabscheider ausgestattet. Mit der optionalen Wärmerückgewinnungsanlage lässt sich bis zu 75 % der eingesetzten elektrischen Energie zurückgewinnen und als Prozesswärme sowie zur Hallenheizung oder Warmwassererzeugung nutzen.

Die dem Kompressor nachgeschalteten Anlagenteile umfassen einen Druckluftspeicher, einen Druckluftkältetrockner, einen Partikelfilter und einen Sterilfilter. Das Rückkühlsystem verfügt über eine Doppelpumpenanlage. Gesteuert wird der Block aus einem zentralen Anlagensteuerschrank mit der CompAir PET-Scan-Steuerung.

Der diesjährige Jahrhundertsommer war ein Härte-Dauertest: „Der Kompressor lief mit Hochdruck, da die Liefermenge durch die höhere Ansaugtemperatur physikalisch bedingt geringer war. Obwohl nur für maximal 30 Grad Celsius im Dauerbetrieb ausgelegt, lief die gesamte Anlage auch bei 38 Grad Celsius problemlos“, stellt Rudischhauser fest.

Erschienen in Ausgabe: 11/2003