Spotmarktpreise im Oktober über den Erwartungen

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Der Stromspotmarkt lieferte im Oktober deutlich über den Erwartungen. Die Terminkontrakte für die Grund- und Spitzenlast handelten Ende September bei 32,9€/MWh und 40,8€/MWh.

27. Oktober 2015

Demgegenüber betrug der durchschnittliche Preis an der Strombörse EPEX 36€/MWh für die Grundlast und 45,7€/MWh für die Spitzenlast.

Da gleichzeitig die Brennstoffpreise für Kohle und Gas auf einem sehr niedrigen Niveau lagen, sind die kurzfristigen Gewinnmargen sowohl für Kohle- (Dark Spread) als auch für Gaskraftwerke (Spark Spread) vergleichsweise hoch. Der Dark Spread Base lieferte bei 7,8€/MWh. Der Spark Spread Peak war mit 1,3€/MWh sogar positiv. Die letzte positive Lieferung des Spark Spread konnte im Februar 2012 beobachtet werden. Ursächlich für die unerwartet hohen Spotmarktpreise waren Stromexporte von rund 7,3GW. Im Vergleich zu 2014 waren vor allem die Stromlieferungen nach Österreich und in die Schweiz hoch.

Dem standen etwas geringere Exporte nach Frankreich und in die Niederlande gegenüber. Stromimporte aus den skandinavischen Ländern fielen mit durchschnittlich 1GW angesichts der hohen Preisdifferenz zwischen Schweden, Dänemark und Deutschland eher gering aus. In zahlreichen Stunden wurde die Grenzkapazität aus technischen Gründen eingeschränkt. Darüber hinaus wurde im Oktober weniger Wind in das deutsche Stromnetz eingespeist als gemäß dem langjährigen Mittelwert zu erwarten war. Die Kombination aus geringer Wind- und Solarstromeinspeisung (teilweise nur bis zu 6GW in den Mittagsstunden) führte zu Peakpreisen von bis zu 56€/MWh. Damit lohnte sich sogar der Einsatz von effizienten Gaskraftwerken. So belegen die von der EEX veröffentlichten Erzeugungsdaten einen Anstieg der Stromerzeugung aus Gaskraftwerken von 2GW auf 6GW in einzelnen Stunden.

Erschienen in Ausgabe: 09/2015