Biomethan

Stabile Geschäftslage

Laut Dena-Branchenbarometer wurden zum ersten Mal über 10 TWh Biomethan in das Netz eingespeist

21. Juni 2019
Stabile Geschäftslage

Die Geschäftslage im Biomethanmarkt ist nach Einschätzung der Branche insgesamt stabil, so das Branchenbarometer Biomethan 2019 der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Dafür habe man rund 60 Unternehmen aus dem Biomethanmarkt zu Marktentwicklung, Trends und Stimmungen befragt.

Laut Branchenbarometer ist die Erzeugung im Jahr 2018 erneut leicht gewachsen. Der Zubau neuer Biomethaneinspeiseanlagen bewegt sich insgesamt auf niedrigem Niveau. Der Verbrauch ist mit 8,8 TWh im Vergleich zu 2017 leicht gestiegen, bleibt aber weiterhin unter der Einspeisemenge. In der gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung, die vom Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert wird, verzeichnet Biomethan weiter den mit Abstand größten Absatz.

Potenzial ab 2020

Der Einsatz von Biomethan im Kraftstoffsektor wird sich den Unternehmen zufolge ab 2020 deutlich steigern. Zum einen wird die nationale Treibhausgasminderungsquote um zwei auf sechs Prozent erhöht. Darüber hinaus muss im Rahmen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED 2) auch eine energetische Unterquote für fortschrittliche Kraftstoffe erfüllt werden.

Diese beträgt zunächst 0,05 Prozent, steigt bis 2025 jedoch auf 0,5 Prozent, was − ausgehend vom aktuellen Energieverbrauch im Verkehr − einem Mengenbedarf von rund 3 TWh entspricht. Da Biomethan derzeit der einzig verfügbare fortschrittliche Kraftstoff ist, setzt die Branche große Hoffnung auf eine steigende Nachfrage. Kurzfristig können die bestehenden Anlagen die Mengen decken. Mittelfristig kann für Biomethan ein wichtiger Absatzmarkt und für Marktakteure Planungssicherheit entstehen, heißt es.

Schwankende Biomethanpreise

Der Bau neuer Biomethan-Anlagen bei gleichbleibendem Absatz führt zu einem Überangebot, das wiederum sinkende Preise für Biomethan zur Folge hat. Zugleich machten der heiße und lang anhaltende Sommer 2018 und die dadurch entstandenen Ernteverluste die Einsatzstoffe teurer.

Die Ernteausfälle haben sich zwar noch nicht in der Produktion niedergeschlagen, die befragten Unternehmen gehen dennoch davon aus, dass 2019 weniger Biomethan im Vergleich zu 2018 produziert wird. Diese Effekte machen Biomethan unwirtschaftlicher für Biomethanproduzenten. Die Branchenakteure erwarten jedoch, dass sich die Biomethanpreise mittel- bis langfristig wieder stabilisieren werden.

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