Studie

Stadtwerke – Angriff ist die beste Verteidigung

Eine Stadtwerkestudie von EY und BDEW zeigt, dass Kommunalversorger Chancen für neue Geschäftsmodelle haben. Im Fokus sollte die Sektorenkonvergenz stehen, empfehlen die Studienautoren.

11. Juni 2019
work hard Data Analytics Statistics Information Business Technology
(Bild: adiruch na chiangmai – stock.adobe.com)

Immer mehr bislang branchenfremde Unternehmen engagieren sich in traditionellen Geschäftsfeldern der Energieversorger und fordern damit die Stadtwerke heraus. Denn die Sektorenkonvergenz, die zuerst die Technologie-, Telekommunikations-, Medien- und Entertainmentindustrie erfasst hat, prägt zunehmend auch die Energiebranche.

Neue Wettbewerber

Über die Elektromobilität wachsen beispielsweise Automobilindustrie und Energiewirtschaft zusammen. Telekommunikationsunternehmen, Paketdienstleister und Wohnungsgesellschaften arbeiten am Aufbau einer bundesweiten Elektroladeinfrastruktur. Technologieanbieter werden sogar zunehmend selbst in der dezentralen Energieerzeugung, im Energiemanagement und in der Lieferung von Energie an Endkunden aktiv.

Sektorkopplung

„Die Stadtwerkestudie von EY und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigt, dass die Energiewirtschaft diese Herausforderungen annimmt“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. „Sie bewegt sich ihrerseits immer stärker in andere Bereiche hinein und ist längst im Rahmen unterschiedlicher Geschäftsmodelle mit anderen Sektoren – vielfach über Kooperationen und Partnerschaften – eng verbunden“, heißt es.

Demnach sei die Übernahme der Nebenkostenabrechnung für Mietwohnungen, der Verkauf von Smart-Home-Produkten oder auch die Bereitstellung von Telekommunikationsdienstleistungen nur einige Beispiele für schon etablierte Bereiche.

Um zu erfassen, wie die deutschen Energieversorger die Herausforderungen und Chancen, die mit der Sektorenkonvergenz entstehen, bewerten und welche Rolle die Digitalisierung dabei spielt, wurden für die Studie Geschäftsführer und Vorstände von insgesamt 172 Unternehmen unterschiedlicher Größe und Struktur in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.

Studienergebnisse

Die wichtigsten Ergebnisse: Die Sektorenkonvergenz wird von der Energiewirtschaft als Chance eingestuft. Die größten Synergiepotenziale werden in der Annäherung mit der Wohnungswirtschaft, dem Technologie- und dem Telekommunikations-Sektor gesehen.

Dadurch eröffnen sich Chancen, vor allem in der dezentralen Stromerzeugung, dem Smart Metering und der Elektromobilität.

Stadtwerke und Energieversorger sehen sich zukünftig etwa als umfassende Plattformbetreiber im Betrieb von Smart-Meter-Gateways, der Ladeinfrastruktur oder im Gebäudemanagement.

Download