Stadtwerke bereit für eine beschleunigte Energiewende

Die notwendigen wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen für eine Energiewende bestimmten die Diskussionen der rund 700 Teilnehmer der 15. Euroforum-Jahrestagung ›Stadtwerke 2011‹ vom 10. bis 12. Mai 2011 in Berlin. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) forderte unter anderem Investitionssicherheit beim Um-und Ausbau der Netze.

18. Mai 2011

Viele kommunale Energieversorger und Stadtwerke sind laut eigener Angabe bereit, in erneuerbare Energien zu investieren und damit auch den Wettbewerb in der Energieerzeugung zu stärken. Allerdings müsse der Umbau der Energielandschaft von verlässlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen flankiert werden. Investitionssicherheit müsse es für den Ausbau der Energieerzeugung genauso geben wie für den Um- und Ausbau der Netze.

»Der Netzausbau ist zurzeit eines der spannendsten Themen«, so der Präsident der Bundesnetzagentur (BNetzA) Matthias Kurth zum Auftakt der Jahrestagung. Trotz aller aktueller Prognosen über den Zubau von erneuerbaren Energien müssten die Netzverantwortlichen vor allem wissen, was in den nächsten Tagen im Netz los ist. »Energiewirtschaft ist nicht nur von Ethik und Moral bestimmt, sondern auch von Wetter und Physik«, betonte Kurth. Durch das Moratorium seien 9 GW vom Netz genommen worden, soviel wie noch nie zuvor. Aufgrund der Kraftwerksverteilung in Deutschland sei die aktuelle Situation im Netz sehr angespannt. Die Netzbetreiber arbeiteten fieberhaft an der Netzstabilität.

Die Beschleunigung des Netzausbaus sowie die Marktbedingungen für erneuerbaren Energien bestimmten auch die Podiumsdiskussion des Stadtwerketreffs. Als Vertreter der Bundesregierung unterstrich Staatssekretär Jochen Homann vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) den Willen der Koalition, bereits zum Ende des Moratoriums Ende Juli ein neues Energiekonzept vorzustellen. Übereinstimmung bestehe über die Notwendigkeit eines schnelleren Netzausbaus. Die erneuerbaren Energien wolle man auf ihrem Weg zu mehr Versorgungsicherheit begleiten. Der thüringische Wirtschaftsminister Matthias Machnig betonte die Notwendigkeit eines »Energiekonsenses mit einer ökonomischen Dimension«. Dieser müsse nicht nur auf Bundesebene verbindlich sein, sondern auch in den Regionen. In Thüringen arbeite man bereits daran, allerdings brauche man dafür ein Enddatum für den Atomausstieg.