Stadtwerke München nehmen virtuelles Kraftwerk in Betrieb

Die Stadtwerke München (SWM) haben mit Siemens Infrastructure & Cities ein virtuelles Kraftwerk realisiert, bei dem mehrere kleinere dezentrale Stromerzeugungsanlagen gebündelt wie ein einziges Kraftwerk betrieben werden. Ziel des Versorgers ist nach eigener Angabe, mit dem virtuellen Kraftwerk die Planungs- und Prognosesicherheit dezentraler Stromerzeugungsanlagen im eigenen Versorgungsgebiet zu erhöhen.

04. April 2012

Insgesamt wurden sechs Blockheizkraftwerkmodule, fünf Wasserkraftanlagen und eine Windkraftanlage im Münchener Stadtgebiet zu einem virtuellen Verbund zusammengeschaltet. Kernkomponente des virtuellen Kraftwerksverbunds sei das dezentrale Energiemanagementsystem DEMS von Siemens. Es vernetzt und bündelt auf Basis von Informations- und Kommunikationstechnik die einzelnen dezentralen Stromerzeuger, um sie zentral als ein virtuelles Kraftwerk steuern zu können. Dabei verarbeite es alle wichtigen Informationen wie Wetterprognosen, aktuelle Strompreise und den Energiebedarf.

»Wir sind in der Lage, ein virtuelles Kraftwerk als Kernkomponente eines Smart Grids so aufzubauen, dass es sowohl den Betreibern der eingebundenen dezentralen Erzeugungsanlagen als auch dem Energieversorger den größtmöglichen Nutzen bringt. Für kommunale Energieanbieter eröffnen virtuelle Kraftwerke neue Potenziale«, so Jan Mrosik, CEO der Division Smart Grid im Siemens-Sektor Infrastructure & Cities. »Den Anforderungen aus der energiewirtschaftlichen Praxis im Betrieb und in der Vermarktung hält das virtuelle Kraftwerk stand. Es ermöglicht den SWM eine zusätzliche Wertschöpfung, da es weitere Stromvermarktungsalternativen eröffnet, zum Beispiel an der Leipziger Strombörse EEX oder am Markt für Regelenergie.«, ergänzt Stephan Schwarz, SWM Geschäftsführer Versorgung und Technik.