Stadtwerke Wolfhagen starten Lastmanagement-Projekt für Haushalte

Die Stadtwerke Wolfhagen entwickeln gemeinsam mit Partnern in einem Forschungsprojekt ein Energiemanagementsystem zur Harmonisierung von Stromangebot und Stromnachfrage. Dies soll in 35 Haushalten getestet werden. Dazu entwickeln die Stadtwerke passende zeitvariable Tarife, die im Zusammenspiel mit den intelligenten Geräten und Smart Meter in den ausgestatteten Haushalten dafür sorgen, dass Haushaltsgeräte dann eingeschaltet werden, wenn der Strompreis niedrig ist.

29. Juni 2015

Basis der Vernetzung von Stromangebot und -nachfrage mit der Steuerung der Geräte ist die offene Software Plattform Homerun von Rockethome, wie das Unternehmen selbst weiter mitteilt.

Die Stadt Wolfhagen erzeugt im Jahr so viel erneuerbaren Strom wie sie verbraucht. Damit dieser in Zukunft optimal genutzt wird, entwickelt Rockethome im Auftrag der Stadtwerke ein Demand Side Management System, das in den Haushalten, die an dem Forschungsprojekt teilnehmen, getestet werden soll.

Dabei wird basierend auf Wetterprognosen bestimmt, wann die Energie aus Wind und Sonne voraussichtlich verfügbar sein wird. Daraus resultiert ein zeitvariabler Stromtarif. Der Preis für die Kilowattstunde verändert sich hierbei mehrmals am Tag und hängt ab vom Verhältnis zwischen Einspeisung der Erneuerbaren und der Entnahmesituation im Netz. Bei hoher Einspeisung und geringem Verbrauch ist der Strompreis niedrig, bei großer Nachfrage, aber geringer Erzeugung, steigt der Preis entsprechend.

Haushaltsgeräte, wie Kühlschrank aber auch andere elektrische Geräte werden mit Hilfe intelligenter Technik automatisch eingeschaltet, wenn der Strompreis niedrig ist. Die Haushalte selbst können dabei steuernd eingreifen. Smart Meter sorgen für die Verbrauchsermittlung und -abrechnung.

Ziel des Projekts ist es laut Rockethome, dass die Haushalte mithilfe der Lösung ihren Energieverbrauch optimieren und Stromangebot und Stromnachfrage durch die Lastverschiebung harmonisiert werden. Dies müsse durch einen hohen Automatisierungsgrad geschehen. Ein Demand-Side-Management-System in dieser Form kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn es mit keinem oder nur geringem Komfortverlust für den Anwender verbunden ist, heißt es in der Mitteilung weiter.

Das Projekt solle insbesondere Erkenntnisse darüber liefern, welche Auswirkungen die gezielte Steuerung energieintensiver elektrischer Geräte auf die Netzlast im Wolfhager Stromnetz und die Stromkosten der Haushalte hat. Des Weiteren solle auch die Akzeptanz der Nutzer einer solchen Lösung geprüft werden. Langfristig sollen die im Projekt angestoßenen Anwendungen im Portfolio der Stadtwerke implementiert werden.

Derzeit werden interessierte Haushalte in Wolfhagen gesucht, die an dem Forschungsprojekt Demand Side Management teilnehmen möchten. Das Projekt soll voraussichtlich Anfang 2016 starten.