Erdgas

Standort mit Hafenanschluss

Der deutsche Markt für verflüssigtes Erdgas, kurz LNG genannt, soll künftig auch von Wilhelmshaven aus beliefert werden. Das ist das Ziel einer Uniper-Tochtergesellschaft.

04. Juni 2019
Standort mit Hafenanschluss
(Bild: Carabay – Fotolia.de)

Die LNG Terminal Wilhelmshaven GmbH („LTW“) erkundet seit Mitte Mai in einem sogenannten Open-Season-Prozess das Interesse der Marktteilnehmer am LNG-Terminal-Projekt in Wilhelmshaven. LTW wird die von Uniper begonnene Initiative zur Realisierung dieses ersten deutschen LNG-Importterminals fortführen, heißt es in einer Mitteilung.

Zur Teilnahme am Open-Season-Prozess werden interessierte Parteien gebeten, eine schriftliche, durch die Geschäftsführung unterzeichnete Interessensbekundung abzugeben und hierbei aufzuzeigen, dass die Partei bereits auf dem Handelsmarkt für verflüssigtes Erdgas (LNG) tätig ist oder dies für die Zukunft beabsichtigt. Nach Abschluss einer Vertraulichkeitsvereinbarung wird LTW Zugang zu weiteren Details des Projektes gewähren. Im Anschluss können die Teilnehmer bis zum 19. Juli 2019 eine noch unverbindliche Vereinbarung („Heads of Agreement“) mit der LTW abschließen. Der Abschluss verbindlicher Vereinbarungen ist derzeit für Mitte Oktober 2019 vorgesehen.

Floating Storage and Regasification Unit

LTW plant in den kommenden drei Jahren ein LNG-Terminal am einzigen deutschen Tiefwasserhafen zu errichten und zu betreiben. Dieses wird als sogenannte FSRU („Floating Storage and Regasification Unit“) geplant, eine Technologie, die ein Höchstmaß an wirtschaftlicher Effizienz und die Möglichkeit einer schnellen Realisierung bietet. Die nominale Durchsatzkapazität an LNG wird bis zu 10 Mrd. Kubikmeter pro Jahr betragen.

„Der Standort Wilhelmshaven bietet optimale maritime und logistische Bedingungen“, so Uniper. So ist für die Anbindung an das Erdgasfernleitungsnetz lediglich eine rund 30 Kilometer lange Gasleitung durch überwiegend landwirtschaftlich genutztes Gebiet erforderlich. LNG-Tanker werden die Anlage unabhängig von den Gezeiten im Einklang mit höchsten internationalen Sicherheitsstandards anlaufen können, heißt es.

Weitertransport

Neben der Regasifizierung und Einspeisung ins Fernleitungsnetz soll die FSRU die Möglichkeit bieten, andere Schiffe zu beladen oder Tankwagen für den Straßentransport zu befüllen. Dadurch kann das Terminal in Wilhelmshaven mittelbar einen Beitrag zur Reduzierung der Emissionen auf See und im landseitigen Schwerlastverkehr leisten, indem LNG lokal verfügbar gemacht wird, so Uniper. Die LNG Terminal Wilhelmshaven GmbH ist ein Unternehmen der Uniper-Gruppe.

Standort-Wettbewerb

Neben Wilhelmshaven sind auch Stade und Brunsbüttel als Standorte für ein LNG-Terminal im Gespräch. Das zeigt: der deutsche Markt gewinnt an Dynamik.