Start-up & Go

Markt

Vertrieb - Retten Start-ups die Energiewirtschaft? Sie setzen zumindest neue Impulse. Jetzt haben in Aachen Jungunternehmer ihre Geschäftsideen vorgestellt.

02. November 2016

Sie stehen für die neue Energiewirtschaft, in der sich fast alles um Daten dreht. Sechs Start-ups stellten sich auf dem BET-Energieforum in Aachen dem Publikum und der Jury vor. Sie hatten sich zuvor in einem Auswahlverfahren für das Finale qualifiziert, so BET in einer Mitteilung. Platz eins erreichte die Firma Adaptive Balancing Power aus Darmstadt. Das Unternehmen hat einen neuartigen Schwungradspeicher entwickelt.

Speicher

Bislang gibt es den Angaben zufolge zwei verschiedene Prototypen. »2017 kommt mit einem 250-kW-Speicher ein erstes kommerzielles Produkt auf den Markt«, so BET. Es ermöglicht eine Speicherbarkeit von ein bis zwei Tagen und soll vor allem auf Inseln mit regenerativen Energien zum Einsatz kommen, um fluktuierende Einspeisung kurzzeitig abzufedern. »Die Auszeichnung ehrt uns, und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit BET« so Christian Schäfer, Co-Founder des Start-ups.

Das Unternehmen erhält als Preis Beratungsleistungen des Aachener Consultingunternehmens. Ebenfalls ins Rennen ging Energieloft. Das Unternehmen unterstützt Energieversorger auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen. Dafür stellt es Informationen zu wissenschaftlichen Projekten sowie Start-ups zur Verfügung und vermittelt Kooperationen. Logarithmo nutzt in Universitäten gewonnenes Wissen als Basis für seine Internetplattform. Online werden Berechnungstools als Software as a Service für die Energiebranche angeboten, speziell für den Handel und den Netzbetrieb.

Software as a Service

Gridhound bietet Software as a Service an, und zwar Werkzeuge zur Netzüberwachung und Steuerung von Verteilnetzen. Insbesondere bei Netzen mit hoher Erneuerbaren-Einspeisung könne Gridhound die Betriebeffizienz steigern. Grid X bietet eine herstellerunabhängige Steuerungsbox für die Stromspeicher von Privathaushalten an.

Die Geschäftsidee dahinter ist, sowohl mit dem Verkauf beziehungsweise der Vermietung der Box als auch mit der Datenanalyse und Erlösen aus dem Regelenergiemarkt Geld zu verdienen.

Kunden-App

Eine digitale App-basierte Lösung zur Kundenbetreuung und -bindung bietet Energie Spar Schein mit ihrem gleichnamigen Produkt an, das auch als White-Label-Lösung erhältlich ist. Kunden bekommen über die entsprechende App beispielsweise Energiespartipps und können Quizfragen beantworten. Dabei können sie Punkte sammeln, für die der Energieversorger Gegenleistungen erbringen kann.

»Mit der Resonanz des Start-up-Awards sind wir mehr als zufrieden«, so Klaus Neuhäuser, von BET. »Wenn man sich ansieht, mit welchen Ideen Jungunternehmer an der Weiterentwicklung der Energiewirtschaft arbeiten, stimmt das zuversichtlich im Hinblick auf das Thema Transformation der Branche.«

So geht innovativ

Jüngst hat der VKU seinen Mitgliedern geraten, mit Start-ups der Digitalbranche zusammenzuarbeiten. Dafür wurde ein Innovationsprojekt gestartet. Im Rahmen einer sogenannten Learning Journey treffen sich Entscheider und digitale Gründer. Dort sollen sie neue Geschäftsmodelle und innovative Produkte für kommunale Unternehmen entwickeln. (hd)

Erschienen in Ausgabe: 09/2016