Statkraft passt deutsche Erzeugungskapazitäten an

Statkraft reduziert seine deutschen Erzeugungskapazitäten. Das Unternehmen hat seine Entscheidung bekannt gegeben, das 430 MW Gaskraftwerk in Emden in Kaltreserve zu stellen und Personal am Standort abzubauen. Das auf demselben Gelände betriebene Biomassekraftwerk ist von diesem Schritt nicht betroffen. Der Entscheidung war eine intensive Analyse der wirtschaftlichen Perspektiven des Kraftwerks vorausgegangen.

16. Februar 2012

»Als Anbieter flexibler Stromerzeugung halten wir unverändert an Gaskraftwerken als wichtiger Bestandteil des Stromerzeugungssystems fest«, betont Asbjørn Grundt, Mitglied des Konzernvorstandes bei Statkraft. »Aber die derzeitige Marktsituation macht Anpassungen unseres Kraftwerksparks notwendig. Leider kommt die ältere Anlage in Emden, deren technische Restlaufzeit begrenzt ist, zu selten zum Einsatz. Daher hat Statkraft beschlossen, die Anlagen in Kaltreserve zu stellen«, so Grundt weiter.

Pläne für den Bau einer neuen Anlage am gleichen Standort wird das Unternehmen nicht weiter verfolgen: »Wir sehen derzeit keine Marktsignale für den Aufbau zusätzlicher Gaskraftwerkskapazitäten in Deutschland«, erklärt Dr. Jürgen Tzschoppe, verantwortlicher Geschäftsführer der Statkraft Markets GmbH. »Die Finanzkrise hat zu einem Rückgang in der Stromnachfrage geführt. Zudem stehen derzeit im Spotmarkt hohe Gaspreise niedrigen Strompreisen gegenüber; ein klares Signal für einen europaweiten Kapazitätsüberschuss bei der Erzeugung.«

Den betroffenen Mitarbeitern sollen nach Möglichkeit alternative Positionen innerhalb des Konzerns angeboten werden, so das Unternehmen. Es wird nun im Detail festgelegt, wie viele der 56 Mitarbeiter in Emden für den alleinigen Betrieb des Biomasseheizkraftwerkes gebraucht werden. »Der Personalabbau am Standort Emden wird so sozialverträglich wie möglich erfolgen«, versichert Gerd Töpken, Leiter der Kraftwerksgruppe Emden und Landesbergen. »Wir arbeiten eng mit dem Betriebsrat zusammen, um eine für alle Parteien zufriedenstellende Lösung zu erreichen. Den Verpflichtungen gegenüber unseren derzeit 10 Lehrlingen wird Statkraft natürlich gerecht. Alle können ihre Ausbildung in Emden zu Ende bringen.«

Mit der Kaltreserve des Emder Gaskraftwerks wird Statkraft in Deutschland drei betriebsbereite Gaskraftwerke an den Standorten Hürth-Knapsack, Landesbergen und Herdecke haben. Ein hochmodernes 430 MW Gas- und Dampfturbinenkraftwerk am Standort Knapsack befindet sich im Bau und wird ab Mitte 2013 rund 500.000 Haushalte mit Strom versorgen.