Steag baut um

Der Kurs der E.on-Aktie geriet am Montag zeitweise unter Druck, weil erstmals Uniper-Wertpapiere an der Börse gehandelt wurden: Der Umbruch in der Energiewirtschaft ist in vollem Gang. Darauf muss auch der Kraftwerksbetreiber Steag reagieren. Das Unternehmen hat sich das Strategieprogramm "Steag 2022“ auferlegt.

13. September 2016

„Die finanziellen Kennzahlen geraten zunehmend unter Druck“, so die Steag. Das Unternehmen aus Essen wolle daher durch Erhöhung der Effizienz, Maßnahmen im Portfolio sowie Wachstumsprojekte das Ergebnis verbessern, Kosten senken und Freiräume für Investitionen schaffen.

 

„Künftig werden verstärkt Dienstleistungen zur Weiterentwicklung beitragen“, so Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung, in einer Mitteilung.

 

„Internationale Aktivitäten behalten hohe Bedeutung, da sie bessere Chancen bieten als das rückläufige Deutschlandgeschäft.“

 

Ziel sei die Sicherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ebenso wie die Entwicklung einer mittelfristigen Wachstumsperspektive.

 

Das Projekt Steag 2022 beinhaltet nach Unternehmensangaben sechs Kernelemente:

• Betreiber und Optimierer eigener Kraftwerke in dynamischer Marktumgebung

• Diversifizierter Akteur in den für Steag relevanten Energiehandelsmärkten

• Wettbewerber im internationalen Markt für Energiedienstleistungen und Kraftwerksbetriebe

• Anbieter für den sicheren Rückbau von Nuklearanlagen

• Wachsender Entwickler und Betreiber im Bereich dezentraler Energieversorgung

• Fokussierter Wettbewerber bei Neuprojekten, Akquisitionen und regionaler Projektentwicklung in attraktiven Wachstumsmärkten

 

Laut einem Medienbericht prüfe das Unternehmen, Assets wie die Fernwärme in Deutschland und Windkraftanlagen im Ausland zeitnah zu veräußern, um Liquidität zu generieren.

 

Zudem sollen durch das schnellere Abschalten von Kraftwerken mehrere hundert Arbeitsplätze wegfallen, heißt es in dem Bericht.

 

In einem Interview mit dem "Handelsblatt" hatte Rumstadt schlechte Zahlen eingeräumt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde im laufenden Geschäftsjahr mindestens um 40 Prozent sinken, die Ausschüttung an die kommunalen Gesellschafter in diesem und den kommenden Jahren wohl ausfallen.

 

Erst 2020 rechnet Rumstadt mit einer Erholung der Strommarktpreise und damit mit besseren Ergebnissen.