Steigende Kurve auch für 2015

Markt - Erneuerbare

Strom - Wie die Ziele der Bundesregierung es vorgeben: Der Anteil der erneuerbaren Energien steigt stetig weiter. 2015 zum Beispiel konnte die Windenergie in den ersten zehn Monaten 47 Prozent mehr Energie liefern als im gleichen Vorjahreszeitraum. Welche Tendenzen bei der Technik zu erkennen sind, untersucht zudem ein Statusreport.

30. November 2015

Rund 193Mrd.kWh Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen könnten bis zum Jahresende auf der Habenseite stehen. Damit werden die Erneuerbaren ersten Schätzungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 2015 voraussichtlich rund 33% des Bruttostromverbrauchs in Deutschland decken. 2014 lag der Anteil der grünen Energien mit 161Mrd.kWh bei rund 27% des Bruttostromverbrauchs.

Unterschiedliche Entwicklung

Deutliche Zuwächse verzeichnen das ZSW und der Verband vor allem bei der Erzeugung aus Windkraft und Photovoltaik: Am 31. Oktober lag der Anteil der Windkraft-Erzeugung mit 63Mrd.kWh um 47% über dem Wert des gleichen Zeitraums in 2014. Solaranlagen produzierten in den ersten zehn Monaten mit 35Mrd.kWh so viel Strom wie im gesamten Vorjahr. Das ist ein sich fortsetzender Trend, wie der Verein deutscher Ingenieure (VDI) feststellt. Auch 2014 wurde rund 5% mehr grüne Energie erzeugt als 2013. So gibt der VDI in seinem Statusreport Erneuerbare Energien 2015 an, dass 2014 rund 160,6TWh an Erneuerbar-Strom ins Netz gespeist wurde. 2013 waren es 152,4TWh.

Diese 160,6TWh entsprechen etwa 28% des Bruttostromverbrauchs. Dazu tragen die Windenergie 35% und die Bioenergie 31% bei. PV und Wasserkraft haben einen Anteil von je 22%.

Die Erzeugung hat sich laut VDI sehr unterschiedlich entwickelt. Zum Beispiel die Windkraft: 2014 war beim Zubau ein Rekordjahr. On- und Offshore wurden rund 5,3GW in Deutschland installiert und ans Netz angeschlossen. Damit liege das Land auf Platz zwei der weltweiten Installationen. Trotz des guten Zubaus wurden aufgrund eines unterdurchschnittlichen Windenergieangebots aber nur 56TWh eingespeist, so die Autoren des Reports 2013 lag sie bei 51,7TWh.

Dagegen konnte die Photovoltaik trotz eines deutlich rückläufigen Neubaus mit 34,9TWh mehr Energie einspeisen als 2013 (31TWh). Die Wasserkraft blieb aufgrund eines eher durchschnittlichen Wasserangebots und stagnierendem Ausbau unter dem Niveau des Vorjahres. Biogas und feste Biomasse haben sich im Vergleich zu 2013 kaum verändert.

Repowering nimmt zu

Im Rahmen des Reports betrachten die Autoren auch den Stand der Technik und sich abzeichnende Tendenzen der Erneuerbaren im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor. So kommen die Autoren etwa für die Windenergie unter anderem zu dem Schluss: »Kernmarkt der deutschen Windindustrie ist neben dem Export und dem wachsenden Offshoremarkt auch in den kommenden Jahren noch der nationale Onshoremarkt.«

Das Repowering werde weiter an Bedeutung gewinnen. 2014 wurden gesamt 364MW (544 Anlagen) abgebaut und 1,15GW (413 Anlagen) auf den gleichen Flächen zugebaut. Bei Anlagen im Leistungsbereich 5 bis 6MW (fast ausschließlich Offshore) habe sich der technologische Vorsprung deutscher Hersteller deutlich verringert.

Die durchschnittliche Leistung und die mittlere Nabenhöhe besonders der Onshore-Anlagen nimmt stetig zu, so die Autoren weiter. Seit 2010 ist diese Leistung um rund 30% auf 2,7MW gestiegen. Die Nabenhöhe liegt im Schnitt bei 116m. Zurzeit dominieren Konzepte mit Getriebe die Anlagentechnik. Es bestehe ein starker Trend etwa zu getriebelosen Anlagen.

Erschienen in Ausgabe: 10/2015