Strom aus Mais und Roggen

BHKW - Anfang Juli ging in Soltau eine der größten Biogasanlagen Deutschlands mit 4,2 MWel in Betrieb. Die Wärme wird zur Hefeproduktion verwendet.

29. September 2005

Ein interessantes neues Projekt konnte Jenbacher, die Gasmotorensparte von GE Energy, nahe der Stadt Soltau etwa 100? km südlich von Hamburg fertigstellen. Drei Jenbacher Blockheizkraftwerke des Typs JMS 420 GS-B.LC zeichnen für den Antrieb einer neuen Biogasanlage verantwortlich, die aus Mais und Roggen Strom und Wärme erzeugt. Zusätzlich lieferte Jenbacher die Abgasbehandlungssysteme, Steuerungssysteme, Absorptions-Kältemaschinen und eine Aktivkohle-Gasreinigung.

Am 1. Juli nahm die Anlage offiziell mit den ersten beiden Motoren ihren Betrieb auf, während der dritte Motor zum Jahresende nachgerüstet wird. Wie das österreichische Unternehmen betont, zählt die Anlage mit einer Gesamtleistung von 4,2 MW elektrisch und 4,3 MW thermisch zu den größten Biogasanlagen Deutschlands. Eigentümer der Anlage ist die im Bereich der energetischen Nutzung von Biogas tätige Protein & Energie Soltau GmbH (ProEn).

Um die Transportwege für Mais und Roggen möglichst kurz zu halten, wurde der Betrieb in unmittelbarer Nähe zu den entsprechenden landwirtschaftlichen Flächen angesiedelt. Die produzierte Elektrizität wird in das regionale Stromnetz eingespeist, wofür auf Grundlage des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) garantierte Einspeisungstarife bestehen. Die Wärmeenergie hingegen wird zur Produktion von Hefe verwendet, die in der Futter- und Nahrungsmittelindustrie ihren Einsatz findet.

„Wir freuen uns, ProEn beim Aufbau dieser Biogasanlage mit unseren bewährten Lösungen und unserem umfassenden Know-how unterstützen zu können. Die Anlage von ProEn ist der jüngste Beleg dafür, dass in Deutschland die Nutzung dieser Art von erneuerbarer Energie enorm zunimmt,“ so Barry Glickman, General Manager der Jenbacher Gasmotorensparte von GE Energy.

Neben Biogas seien die Jenbacher Motoren auch in der Lage mit Erdgas und diversen Sondergasen aus Deponien, Kohlegruben, Abwässern und industriellen Abfällen betrieben zu werden, informiert Glickman. „Derzeit stehen weltweit mehr als 300 mit Biogas betriebene Jenbacher Motoren im Einsatz. Gemeinsam erzeugen sie rund 200?MW elektrische Energie“, teilt das Unternehmen weiter mit. Die Leistung der in Jenbach erzeugten Motoren von GE liege dabei im Bereich von 0,25 bis 3 Megawatt.

Erschienen in Ausgabe: 09/2005