Strom zu Dampf

Der Regelenergiemarkt ist besonders für energieintensive Unternehmen interessant. Bislang investieren die Unternehmen vor allem in KWK-Technik. Power-to-Heat-Anlagen werden kaum eingesetzt. Ein Contractor errichtet jetzt auf dem Gelände der Südzucker AG in Zeitz eine PtH-Anlage mit einer Kapazität von 10 MW. Der Grund: Künftig sind die Netzbetreiber immer mehr auf abschaltbare Lasten und Regelleistung angewiesen.

11. Mai 2016

„Mit der neuen Power-to-Heat-Anlage verstärken wir unsere Aktivitäten im Regelenergiemarkt“, sagt Dr. Markus Lorenz, Werkleiter Zeitz bei Südzucker.

 

Weil die Anlage direkt in das Dampfnetz des Verbundstandortes eingebunden ist und die produzierte Wärme jederzeit abgenommen werden kann, ist die Anlage nach Angaben des Contractors Enerstorage ideal geeignet, Regelleistung zu erbringen.

 

Als einer der weltweit größten Zuckerproduzenten und einer der größten Nahrungsmittelkonzerne in Deutschland hat Südzucker einen ganzjährig großen Wärmebedarf, der künftig stärker mit Überschussstrom gedeckt wird. Erneuerbar erzeugter Strom ersetzt hierbei fossile Rohstoffe wie Kohle, Gas und Heizöl.

 

Contractingpartner von Südzucker ist Enerstorage. „Power-to-Heat-Contracting ist für die Unternehmen ein einfacher und risikofreier Einstieg in die Vermarktung von Flexibilitäten am Regelenergiemarkt“, erklärt Tobias Assmann, den Erfolg des Enerstorage Contractingmodells.

 

Das Münchner Unternehmen ist nach eigenen Angaben eines der ersten, das Flexibilitäten aus großen industriellen Power-to-Heat-Anlagen mit mindestens 10 MW am Regelenergiemarkt anbietet.

 

Enerstorage übernimmt den gesamten Prozess von der Planung, der Finanzierung bis zu Betrieb und Vermarktung der Anlage.

  

Dabei seien Power-to-Heat-Anlagen für energieintensive Unternehmen angesichts der steigenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ein technisch und wirtschaftlich aussichtsreicher Schritt in die Energiezukunft, so Assmann.

 

Hürden, die vor allem aus der Belastung durch Nebenkosten und Umlagen resultierten, würden in den nächsten 5 bis 10 Jahren abgebaut. Das verlange allein schon die Netzinfrastruktur.