Strombörsen EEX und LPX fusionieren

Konzentration soll die Entwicklung des Stromhandels stärken
05. Dezember 2001

Die Trägergesellschaften der beiden deutschen Strombörsen, die EEX European Energy Exchange AG, Frankfurt am Main und LPX Leipzig Power Exchange GmbH, Leipzig wollen fusionieren, wie die Unternehmen Ende Oktober bekannt gaben. Die neue Gesellschaft wird EEX European Energy Exchange AG heißen und ihren Sitz in Leipzig haben. Die Fusion soll bis Anfang 2002 vollzogen werden. Mit der Fusion der beiden deutschen Strombörsen werden zwei gleichberechtigte Partner zusammengehen mit dem Ziel, die führende Börse in Europa für den Spot- und Terminhandel von Energie zu werden. An der neuen EEX werden rund 90 Teilnehmer aus neun Ländern handeln.

Die neue Gesellschaft wird den Teilnehmern den Handel mit den bestehenden Produkten auf den bewährten Handelssystemen anbieten. Im Spotmarkt wird die neue EEX sowohl den Auktionsmarkt als auch den kontinuierlichen Blockhandel anbieten.

„Der kontinuierliche Blockhandel und der Auktionsmarkt ergänzen sich“, sagten Hans Schweickardt, Vorstand der EEX, und Dr. Carlhans Uhle, Geschäftsführer der LPX, bei einer Pressekonferenz in Berlin. Der Auktionsmarkt diene der Optimierung des Bezugs- beziehungsweise Absatzportfolios zu marktgerechten Preisen, wohingegen der kontinuierliche Blockhandel überwiegend der Nutzung von Preisdifferenzen diene. Somit kommen das bereits in Leipzig im Einsatz befindliche Sapri-System und das Frankfurter Xetra-System parallel zum Einsatz. Die Stundenauktion des Xetra-Systems wird im Interesse der Liquiditätskonzentration eingestellt, der fortlaufende Handel von Blöcken findet nur auf Xetra statt.

Beim Terminhandel wollen die beiden Partner ihr gemeinsames Konzept auf Basis des Eurex-Systems umsetzen beziehungsweise weiterentwickeln; damit wird kein zweiter Terminmarkt aufgebaut. Quartals-Futures, die die Produktpalette am Terminmarkt abrunden, werden noch in diesem Quartal eingeführt. Die Berechnung der Settlementpreise wird auf Basis des Auktionsmarktes erfolgen. Ergänzt werden sollen weitere vereinfachte Anbindungsalternativen, um vor allem Teilnehmern mit kleinerem und mittlerem Handelsvolumen einen kostengünstigen Zugang zu bieten. „Dies dient der nachhaltigen Liquiditätssicherung,“ erläutert Uhle.

Vorteile für die Kunden: Durch die Konzentration auf eine Börse soll die Entwicklung des Stromhandels in Deutschland weiter gestärkt werden. Die Handelsteilnehmer können zukünftig ihr Börsenengagement auf eine deutsche Strombörse konzentrieren und dadurch ihre Aufwendungen für Zulassung, Anbindung und Operating bei gleichem Produktangebot und gleichen Servicelevels verringern. „Die Synergien, die wir durch den Zusammenschluss realisieren, wollen wir für den Aufbau neuer Märkte und Dienstleistungen einsetzen“, gibt Schweickardt die Perspektive vor. Die neue Gesellschaft wird gemeinsame Ressourcen für die weitere Qualifizierung und Professionalisierung der Marktteilnehmer im Terminmarkt einsetzen.

Die neue EEX wird die Rechtsform einer Aktiengesellschaft haben. Designierte Vorstandsmitglieder der neuen Gesellschaft sind Dr. Carlhans Uhle und Hans E. Schweickardt. Die Hauptversammlung der EEX AG und die Gesellschafterversammlung der LPX GmbH sollen dem Zusammenschluss Mitte Dezember zustimmen.

Erschienen in Ausgabe: 12/2001