CO2

Studie: Für Klimaziel nicht nur auf Ökostrom setzen

Welche Rolle können grüne Gase übernehmen, damit das EU-Klimaziel erreicht wird? Eine Studie hat die Bedeutung von Wasserstoff für eine grüne Energieversorgung untersucht.

03. Juli 2019
A city worker Analysing stock market data on a monitor.
(Bild: James Thew – stock.adobe.com)

Ein europäisches Energiesystem, das neben erneuerbaren Energien auch auf grüne Gase setzt, ist widerstandsfähiger und damit besser geeignet, die EU-Klimaziele zu erreichen. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag von Zukunft Erdgas.

Die Europäische Kommission hat eine klare Vision: Bis 2050 soll der Staatenbund klimaneutral werden. Die Ende 2018 beschlossene Strategie mit dem Titel „A Clean Planet for All“ soll sicherstellen, dass dieser Transformationsprozess sozialverträglich gestaltet wird. Gleichzeitig möchte die Kommission die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und Industrie verbessern. Der Umbau der Energieversorgung soll durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und eine breitflächige Elektrifizierung gelingen.

„Im Rahmen der Kurzstudie hat Pöyry eine forcierte Elektrifizierung mit zwei technologieoffenen Entwicklungspfaden verglichen, die den Einsatz von gasbasierten Technologien erlauben“, so Zukunft Erdgas.

Grünes Gas für industrielle Prozesswärme

„Die Analyse zeigt, dass durch eine vollständige Elektrifizierung das Risiko, die EU-Klimaziele nicht zu erreichen, deutlich erhöht wird“, heißt es. Grünes Gas kann laut Zukunft Erdgas in Anwendungsgebieten, in denen eine Elektrifizierung nur schwer realisierbar ist – beispielsweise im Schwerlastverkehr, in unzureichend gedämmten Gebäuden oder bei der Prozesswärme der Industrie – eine sinnvolle Ergänzung sein. Durch den Wettbewerb vieler grüner Technologien, sind die Kosten des Systemumbaus in den beiden technologieoffenen Entwicklungspfaden geringer als im Elektrifizierungsszenario.

Bestehende Infrastruktur

„Grünes Gas muss Teil der Lösung sein, denn es kann bestehende Infrastrukturen und Anwendungen nutzen und so die Kosten und Risiken des Systemumbaus deutlich minimieren“, sagt Timm Kehler, von Zukunft Erdgas. „Um einen Markt dafür aufzubauen, brauchen wir ein klares Ziel für grünes Gas, das neben erneuerbarem Gas aus Power-to-Gas auch dekarbonisiertes Erdgas und Bio-Erdgas berücksichtigt.“ Die Studienzusammenfassung steht auf der Website von Zukunft Erdgas zum Download bereit.