Studie: Wärmewirtschaft muss Verträge reformieren

Den deutschen Energieversorgern steht bei Fernwärme ein radikaler Umbruch bevor. Dies ergibt die Studie »Preisfindung in der Wärmewirtschaft - Strategien für Energieversorger nach der Umbasierung« der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl & Partner. Grund ist die Änderung der Preis- und Lohnindizes durch das Statistische Bundesamt im letzten Jahr.

30. April 2014

Laut Studie muss ein Großteil der Fernwärmeversorger und Contracting-Anbieter bis zum 1. Oktober Preisblätter und Energieversorgungsverträge ändern. »Der Wärmewirtschaft steht ein heißer Sommer bevor«, erklärt Benjamin Richter von Rödl & Partner. »Viele Fernwärmeversorger nutzen Preisgleitklauseln, die mit Risiken behaftet sind. Angesichts der Komplexität der Preisfindung im Energiesektor müssen hier sehr schnell Lösungen gefunden werden. Ansonsten drohen den Versorgern Defizite oder der Verlust wettbewerbsfähiger Preise.«

Die Studie zeigt, dass 95 % der befragten Unternehmen von der Umbasierung betroffen sind. Viele von ihnen nutzen Preisgleitklauseln, die im Zuge der Umbasierung angepasst werden müssen. Zahlreichen Versorgern drohen darüber hinaus rechtliche Auseinandersetzungen mit ihren Kunden, da sie die Vorgaben der neueren höchstrichterlichen Rechtsprechung im Hinblick auf die Gestaltung von Preisgleitklauseln noch nicht umgesetzt haben.

Versorger sollten »zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen«, empfehlen die Berater: Im Zuge der für die Umbasierung erforderlichen Anpassungen der Preisgleitklauseln sollten auch gleich die notwendigen Änderungen zur Umsetzung der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Energieverträgen vorgenommen werden. Auf diese Weise müssen die Kunden nur einmal mit Vertragsänderungen konfrontiert werden.

Die Studie »Preisfindung in der Wärmewirtschaft - Strategien für Energieversorger nach der Umbasierung« kann unter www.roedl.de/fernwaerme angefordert werden.