Süd- und Südostlink vor nächster Phase

Die Planung für die Stromautobahnen von Nord nach Süd schreitet voran. Die an Süd- und Südostlink beteiligten Übertagungsnetzbetreiber haben ihre Vorschläge für die Trassenkorridore sowie mögliche Alternativrouten vorgelegt. Sie reichen zudem die Anträge zur Eröffnung des Genehmigungsverfahrens bei der Bundesnetzagentur ein.

08. März 2017

So haben die Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz und Tennet den Antrag auf Bundesfachplanung für den ersten Abschnitt von Südostlink am 8. März eingereicht.

 

Der Antrag enthält einen Vorschlagstrassenkorridor sowie verschiedene Trassenkorridoralternativen. Zwischen Ende März und Ende April sollen die Anträge für die weiteren Abschnitte erfolgen.

Rund 20 Prozent Anpassungen vorgenommen

Die Gleichstrom-Erdkabelverbindung soll ab 2025 von Ostdeutschland nach Bayern führen. Im bayerischen Teil wurden aufgrund von Hinweisen aus der informellen Beteiligung an rund 20 Prozent der Korridorsegmente räumliche Anpassungen vorgenommen.

Der vorläufige Vorschlagskorridor sei ein erstes Zwischenergebnis und der Auftakt für weitere Untersuchungen, die für alle Korridorvarianten in der gleichen Detailtiefe durchgeführt werden, so Tennet. Erst am Ende der Bundesfachplanung werde die Genehmigungsbehörde einen Korridor festlegen.

Weitere Veränderungen möglich

Bei Südlink wollen die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und Transnet BW am 17. März den Antrag auf Bundesfachplanung für den ersten Abschnitt einreichen. Bis Ende April sollen die Anträge für die folgenden Abschnitte folgen.

Schon veröffentlicht haben sie den vorläufigen Vorschlagskorridor sowie eine durchgehende Alternative und weitere mögliche Korridorvorschläge.

Die Gleichstrom-Erdkabelverbindung soll ab 2025 von Norddeutschland nach Baden-Württemberg und Bayern führen.

Dr. Werner Götz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Transnet BW, sagte: „Der Vorschlagskorridor ist ein erstes Zwischenergebnis und der Auftakt für detaillierte Untersuchungen. In den nächsten beiden Jahren können sich weitere Veränderungen ergeben, bevor die Bundesnetzagentur über den tatsächlichen Verlauf entscheidet.“

Wie geht es weiter?

Nach Einreichung der Anträge wird die Bundesnetzagentur die Unterlagen prüfen und Antragskonferenzen ausrichten, zu denen Träger öffentlicher Belange, Umweltverbände und Landesbehörden eingeladen sind und an denen alle interessierte Bürger teilnehmen können.

Am Ende der Bundesfachplanung wird die Behörde einen Trassenkorridor festlegen. Dieser wird Ausgangspunkt für das darauf folgende Planfeststellungsverfahren sein, das über den genauen Verlauf der Verbindung innerhalb des Korridors entscheiden wird.

Informationen und Erläuterungen zu den Trassenkorridoren stellen die beteiligten Unternehmen auf ihren Internetseiten bereit.

 

Energiespektrum hat in Heft 2/17 ausführlich über Soll und Ist des Übertragungsnetzausbaus berichtet. Neben Kabelherstellern hat auch der Tunnelbohrmaschinenhersteller Herrenknecht innovative Produkte entwickelt, um den Bau der Trassen zu beschleunigen. Hier der Bericht "Frühestens 2025" zum Nachlesen