Netzausbau

Suedlink: Großprojekt mit kleinen Teilen

Die Stromautobahn zwischen Nord- und Süddeutschland ist eines der größten Projekte der Energiewende. Jetzt steht die Genehmigung des Trassenverlaufs an.

04. März 2019
Group of business people assembling jigsaw puzzle and represent team support and help concept
(Bild: Shock.co.ba/Fotolia.de)

Vorige Woche gingen ergänzende Planungsunterlagen bei der Bundesnetzagentur ein für den Suedlink-Abschnitt E zwischen Bayern und Baden-Württemberg.

Antrag auf Bundesfachplanung

Abschnitt E des Suedlink beginnt im bayerischen Arnstein und endet in Großgartach bei Leingarten in Baden-Württemberg.

Neben der Raumverträglichkeitsstudie und der Strategischen Umweltprüfung beinhalten die eingereichten Unterlagen auch Untersuchungen zum Arten- und Gebietsschutz, so die BNetzA. Ebenso ist eine immissionsschutzrechtliche Ersteinschätzung Teil der Unterlagen.

„Mit diesen umfangreichen Untersuchungen werden wichtige Aussagen zur Bewertung der Raumverträglichkeit der Trassenkorridore sowie zur Einschätzung über die Auswirkungen auf die Umwelt getroffen“, erläutert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Wir prüfen die Unterlagen nun auf Vollständigkeit und diskutieren anschließend mit Behörden und der Öffentlichkeit.“

Im Anschluss wird die Bundesnetzagentur einen 500 bis 1000 Meter breiten Trassenkorridor festlegen. Darauf folgen die Planfeststellungsverfahren, so die Behörde.

Suedlink-Korridorvarianten vorgestellt

Am 21. Februar hatten Tennet und Transnet BW die Ergebnisse detaillierter Untersuchungen von Korridorvarianten für den gesamten Verlauf der Stromautobahn vorgestellt.

Der Erdkabel-Korridor soll von Schleswig-Holstein über Westniedersachsen, Nordhessen und Südthüringen nach Bayern und Baden-Württemberg verlaufen.

Die BNetzA entscheidet über den Suedlink-Verlauf voraussichtlich Ende 2019, so die Netzbetreiber in einer Mitteilung.

„Durch die detaillierten Untersuchungen der möglichen Korridorvarianten haben wir nun einen konkreten Erdkabelkorridor ermittelt, der Mensch und Natur so gering wie möglich belastet. Damit sind wir jetzt auf der Zielgeraden zum tatsächlichen Korridorverlauf von Suedlink“, sagte Manon van Beek, Vorstandsvorsitzende von Tennet.

„Energiewendenetz“

Der Netzausbau brauche die Unterstützung der Politik auf allen Ebenen und gesellschaftliche Akzeptanz, so van Beek. Beides sei der Schlüssel, um Suedlink und die gesamte Netzinfrastruktur zu einem Energiewendenetz umzuwandeln.

Um Bürgern, Gemeinden und anderen Interessierten vorab die Möglichkeit zu geben, sich zu informieren, veröffentlichen die Unternehmen die Übersichtskarten zum Vorschlagskorridor und zum Korridornetz auf den Projektwebseiten www.suedlink.tennet.eu sowie www.transnetbw.de/suedlink bereits vor Einreichung der Unterlagen bei der Bundesnetzagentur.

Hintergrund zum Verfahren

Tennet und Transnet BW haben nach Unternehmensangaben in den vergangenen Monaten die Korridorvarianten – insgesamt rund 2.000 Kilometer – anhand von rund 150 Kriterien untersucht und bewertet.

Auf dieser Basis wiesen die Übertragungsnetzbetreiber nun den Vorschlagskorridor als den nach Abwägung aller Untersuchungen aus ihrer Sicht am besten geeigneten Korridor sowie weitere Korridorvarianten (Korridornetz) aus.

Auf Basis dieser Unterlagen und des offiziellen Beteiligungsverfahrens entscheidet die Bundesnetzagentur voraussichtlich Ende 2019 über den tatsächlichen Korridorverlauf von Suedlink.

Zu Suedlink

Suedlink soll als Gleichstrom-Erdkabelverbindung die windreichen Regionen Norddeutschlands mit den Verbrauchszentren im Süden der Republik verbinden. Das Investitionsvolumen beträgt rund zehn Milliarden Euro.

Suedlink besteht aus zwei Maßnahmen mit einer Kapazität von jeweils zwei Gigawatt. Die Maßnahmen werden in Schleswig-Holstein in Wilster und Brunsbüttel beginnen; Endpunkte sind Bergrheinfeld in Bayern und Leingarten/Großgartach in Baden-Württemberg.

Das Projekt befindet sich im Bundesfachplanungsverfahren und ist in fünf Teilabschnitte aufgeteilt. Am Ende dieses Verfahrens legt die Bundesnetzagentur einen 1.000 Meter breiten Korridor fest. Erst in dem anschließenden Planfeststellungsverfahren entscheidet die Behörde über den genauen Erdkabel-Verlauf.