SuedLink-Korridor startbereit

Das größte und längste Netzausbauprojekt der Energiewende ist startbereit: Die Gleichstromverbindung ›SuedLink‹ wird ab 2022 Windstrom über 800 km von Schleswig-Holstein bis in den Süden nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren.

05. Februar 2014

In Berlin gaben jetzt die beiden Übertragungsnetzbetreiber Tennet und TransnetBW, die SuedLink gemeinsam planen und errichten, den Startschuss. »SuedLink ist eines der bedeutendsten Netzausbauprojekte Europas und das wichtigste Infrastrukturprojekt der Energiewende«, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung von Tennet. Rainer Joswig, Mitglied der Geschäftsführung der TransnetBW, ergänzte: »Die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen werden im Jahr 2023 rund 30 Prozent ihres Jahresverbrauchs an Strom importieren müssen.

Die Windenergie, die den Kernenergiestrom ersetzen soll, wird aber vor allem an den Küsten im Norden produziert. Sie muss über hunderte Kilometer nach Süden transportiert werden. SuedLink bildet damit das Rückgrat für eine sichere Stromversorgung im Süden Deutschlands und ist Grundlage für eine funktionierende Wirtschaft und Gesellschaft.« Die Politik müsse sich sicher sein, dass die großen Stromverbindungen weiter ihren Beitrag zur Energiewende leisten sollen, sagten Tennet und TransnetBW mit Blick auf die Erklärung der bayerischen Landesregierung zu einem Moratorium für Gleichstromverbindungen und der Überprüfung aller geplanten Stromverbindungen nach Bayern. Die beiden Übertragungsnetzbetreiber forderten die klare Unterstützung des notwendigen Netzausbaus und der großen Stromverbindungen wie SuedLink durch die Politik auf Landes- und Bundesebene. Bis dahin werden die beiden Übertragungsnetzbetreiber die bereits geplanten Informationsveranstaltungen für Bürger und Gemeinden entlang des vorgeschlagenen Trassenkorridors aufschieben.

Der vorgestellte Korridor führt von Wilster in Schleswig-Holstein südlich nach Niedersachsen, passiert Verden/Aller und geht dann zwischen Hannover und Lehrte an Hildesheim vorbei Richtung Süden. Danach führt er weiter in südwestlicher Richtung an Höxter, Beverungen und Warburg und westlich an Kassel vorbei. Dann geht es westlich an Bad Hersfeld vorbei nach Süden und schließlich an Fulda vorbei nach Grafenrheinfeld. Der Antrag für das erste Vorhaben von SuedLink, die Verbindung Wilster – Grafenrheinfeld, wird frühestens im April dieses Jahres im Rahmen der Bundesfachplanung gestellt werden. Die Planungen für das zweite Vorhaben Brunsbüttel – Großgartach starten zeitnah in 2014.