SWW Wunsiedel testet Lastverschiebungspotenzial von Speicherheizungen

Um die Lastspitzen von Ökostrom abzufedern, testen die SWW Wunsiedel derzeit den Einsatz von neuartigen Wärmespeichern in eigenen Bestandswohnungen. Für den Praxistest hat das Unternehmen eine Muster-Bestandswohnung umgebaut.

24. Februar 2015

90 Mio. kWh Strom flossen 2013 durch das regionale Netz der SWW Wunsiedel, 60 Millionen kWh davon stammten aus erneuerbaren Energiequellen.

»Das Gelingen der Energiewende hängt jedoch entscheidend davon ab, ob wir es schaffen, Erzeugung und Verbrauch zu synchronisieren. Das heißt auch, die Investitionen ins Netz mit Hilfe von Lastenverschiebung so wirtschaftlich und effizient wie möglich zu gestalten«, sagt Marco Krasser, Geschäftsführer der SWW Wunsiedel.

Ziel des Projekts sei es daher, in der Praxis zu testen, ob eine zeitgleiche Lastenverschiebung möglich ist. »Wir wollen die Wohnungen als aktiven Bestandteil des Netzes nutzen und zu Spitzenzeiten überschüssig produzierten Strom in den Speicherheizungen zwischenlagern, bis er zum Heizen gebraucht wird.«

Das betrifft sowohl Überkapazitäten an sonnigen und windreichen Tagen als auch aufgrund von günstigen Strompreisen an den Energiebörsen.

Dafür nutzt der Energieversorger eine neue Speichertechnologie von Glen Dimplex. Sie ist mit separat ansteuerbaren Heizelementen und einer Smart Grid-Schnittstelle ausgestattet und arbeitet im Verbund mit einer zentralen Steuereinheit von Glen Dimplex.

Vom Leitstellenrechner der SWW werden über eine gesicherte Cloud Informationen in die Wohnung übermittelt und Steuersignale zu den Elektrogeräten gesendet sowie Daten aus der Wohnung zurückgesendet. »Erstmals haben wir damit intelligente Speichergeräte, die mit dem Netz über Energieverbrauch und –bedarf kommunizieren können«, erklärt Marco Krasser.