Thermografie aus der Luft?

Technik - Erneuerbare

Windenergie. Wissenschaftler untersuchten, ob sich Infrarot-Kameras für die Rotorblatt-Inspektion etwa auch von einem Hubschrauber aus einsetzen lassen.

01. März 2016

Rotorblätter sind durch Witterung und weiteren Faktoren starken Belastungen ausgesetzt. Regelmäßige Inspektionen sind daher Pflicht. Unter anderem bei aerodynamischen Optimierungen und in der Fertigung wird die Thermografie schon eingesetzt. Denn Unregelmäßigkeiten wie Risse oder Hohlräume nehmen Wärme anders auf als Stellen ohne Fehler. Aber lässt sich Thermografie auch auf größere Entfernungen einsetzen, etwa vom Hubschrauber aus?

Damit beschäftigte sich bis Ende 2014 das Projekt IKARUS (Infrarot-Kameratechnologie zur berührungslosen Analyse von Rotorblättern unter Hochsee-Bedingungen). Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat dafür etwa ein gebrauchtes Rotorblattsegment unter verschiedenen Witterungsbedingungen mit Infrarot aufgenommen.

Unter anderem beeinflussen Tag, Nacht, Regen und Verschmutzungen den für das Verfahren notwendigen Temperaturgradienten. Ein Ergebnis des Versuches: Prinzipiell funktioniert es, aber es müssen viele Störeinflüsse beachtet und möglichst minimiert werden. Der starke Einfluss der Witterung erschwert zudem das Erkennen thermischer Signaturen fehlerhafter Stellen.

Die Sonne ist laut den Wissenschaftlern als Wärmequelle geeignet. Allerdings gilt es, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, da etwa nach stundenlangem Sonnenschein und Erwärmung weniger zu sehen sein kann als zu Beginn der Erwärmung. Besonders nach Sonnenuntergang leuchten dagegen tiefergelegene Strukturen deutlich nach. Auch das Herausdrehen aus der Sonne führe zu Temperaturgradienten, die thermische Kontraste sichtbar machen. Schlecht sind anhaltender Niederschlag, Kälte und Nebel. (mwi)

Erschienen in Ausgabe: 02/2016