Thüga legt Geschäftszahlen vor

Die Thüga hat ihre Bilanz für das Geschäftsjahr 2016 vorgelegt. Mit gutem Ergebnis. Außerdem stellte der Stadtwerke-Verbund aktuelle Projekte und Strategien vor.

01. August 2017

Im Jahr ihres 150-jährigen Jubiläums hat die Thüga Aktiengesellschaft mit ihrem Beteiligungsergebnis entscheidend zum stabilen Jahresergebnis ihrer Muttergesellschaft Thüga Holding beigetragen, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

„Der Bilanzgewinn der Thüga-Holding in Höhe von 292,9 Millionen Euro ermöglicht neben einer Rücklagendotierung die Ausschüttung einer Bardividende in Höhe von 27,36 Euro - 2015: 26,05 Euro -  je Stückaktie“, so Christof Schulte, Mitglied des Vorstandes der Thüga Aktiengesellschaft.

„Dieses Jahresergebnis ist Ausdruck der nachhaltigen Leistungsstärke der Unternehmen der Thüga-Gruppe“, sagt Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstandes der Thüga Aktiengesellschaft. „Die fortlaufenden Anstrengungen der Unternehmen der Thüga-Gruppe zur Verbesserung ihrer Kosten- und Prozessexzellenz – auch durch die intensive Zusammenarbeit in der Thüga-Gruppe – haben wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen.“

Investitionen waren 2016 von der Beteiligung an Start-up Unternehmen wie Eness und Homeandsmart sowie von Erneuerbaren Energien geprägt. Beim Ausbau des Erneuerbar-Portfolios wolle man den Fokus auf Deutschland und die Onshore-Windenergie setzen, so die Thüga.

Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet das Unternehmen ein leicht gegenüber dem Vorjahr verbessertes Ergebnis. Zugleich will der Stadtwerke-Verbund das Wachstumsthema Stadtwerk der Zukunft gemeinsam mit den Partnerunternehmen gestalten.

Dem Wandel begegnen

Denn Stadtwerke sind nach Ansicht der Thüga großen Herausforderungen ausgesetzt. „Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Digitalisierung und Liberalisierung ändern die Energiebranche tiefgreifend“, beschreibt Riechel aus Sicht der Thüga die Transformation.„Wir bauen unsere Unterstützungsleistungen weiter aus, um auf die dynamischen Entwicklungen des Energiemarktes zu reagieren.“

Zur Dekarbonisierung erarbeitet der Stadtwerke-Verbund derzeit eine Roadmap unter dem Namen Let´s go green 2030. Hier sollen unter anderem Szenarien für 2030 entwickelt werden. Sie soll gegen Ende des Jahres vorliegen. 

„Nationale und internationale CO2-Ziele werden erhebliche Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit haben“, so Gerhard Holtmeier, Mitglied des Vorstandes.

Nach Ansicht der Thüga steht jetzt aber schon fest, dass die energiepolitische Ausrichtung stärker die Kosteneffizienz als zentrales Element der Energiewende und langfristig erfolgreichen Klimaschutz verankern sollte.

Stadtwerke als Treiber der Smart City

Außerdem hat die Thüga weitere Schwerpunkte an den Start gebracht: Unter anderem Projekte zu Smart Cities und zur Digitalisierung.

„Für die Unternehmen der Thüga-Gruppe sehen wir die Chance, sich als Treiber und Mitgestalter von Smart Cities zu positionieren und entsprechende Geschäftsfelder zu entwickeln“, so Dr. Matthias Cord, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes. „Wichtig ist, die bestehenden Ansätze und Visionen aus den sogenannten Megacities auf die konkreten kommunalen Besonderheiten unserer Partner zu übertragen.“

Im Projekt werden Ideen und Erfahrungen aus der Gruppe gesammelt, weiterentwickelt und standardisiert. Ziel ist es, gemeinsam mit den Partnerunternehmen einen Baukasten zu entwickeln. Zudem sind als ein weiteres Ziel erste Teilprojekte mit Fokus auf White-Label-Lösungen geplant. 

Derzeit stehen Anwendungen wie Umwelt- und Verkehrsmonitoring-Systeme sowie intelligente Parkraumbewirtschaftungs- und Straßenbeleuchtungslösungen im Mittelpunkt der Aktivitäten. 

Mehr als die Ladesäule

Ein Baustein der Smart City ist die Elektromobilität. „Allein mit Ladesäulen gewinnt man nachhaltig keine Kunden“, fasst Cord die Einschätzung der Thüga zusammen.

Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass Stadtwerke sich als führende Lösungsanbieter für Elektromobilität positionieren sollten. Dazu sei ein sofortiger Einstieg beziehungsweise Ausbau der Geschäftstätigkeiten erforderlich, da das Marktumfeld noch nicht ausdifferenziert sei.

„Wichtig ist, dass Elektromobilitätslösungen nicht nur als kundenindividuelle, sondern insbesondere auch als kommunale Mobilitätskonzepte verstanden werden“, so Cord. Dazu führt Thüga derzeit mit einem Partner aus der Gruppe ein entsprechendes Mobilitätskonzept durch.

Digitalisierung mit Konzept

Smart Cities sind nach Auffassung der Thüga zudem ohne digitale Lösungen nicht realisierbar. Der Kitt sei die Digitalisierung, so Cord.

Diese biete den Unternehmen der Gruppe die Chance, Dezentralität und Skaleneffekte zu vereinen. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Branche ändere sich das Marktumfeld. Besonders an der Schnittstelle zum Kunden würden derzeit viele neue Wettbewerber ansetzen. „Wir unterstützen die Unternehmen der Gruppe bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien.“

Plattformen

Grundsätzlich sieht man die Digitalisierung als Chance für Stadtwerke, die Kundenbindung zu erhöhen, neue Geschäftsmodelle und Produkte zu entwickeln, aber auch die Kostenseite zu optimieren, teilt das Unternehmen weiter mit.

Dazu gehöre auch, die eingeschränkten Skalierungsoptionen je Stadtwerk durch Plattformen zu überwinden.