Thüringen kommt Geraer Stadtwerken zu Hilfe

Das Land Thüringen übernimmt vom 1. Oktober an die Gehälter der Mitarbeiter der insolventen Stadtwerke Gera und ihrer gleichfalls pleite gegangenen Tochter Geraer Verkehrsbetrieb. Laut Thüringens Finanzminister Wolfgang Voß werde das Land einspringen, wenn das Insolvenzgeld auslaufe. Zunächst bis Jahresende sollten 1,5 Mio. € fließen. Gera müsse die Zeit aber nutzen, um ein tragfähiges Konzept für die städtischen Unternehmen zu entwickeln, so Voß. Zuvor war bekannt geworden, dass den Geraer Verkehrsbetrieben ein Personalabbau droht. Möglichweise sollen laut Medienberichten 60 der 300 Stellen wegfallen.

29. August 2014

Voß sagte, die Schuldfrage für die Insolvenz der Geraer Stadtwerke und Verkehrsbetriebe müsse notfalls durch die Staatsanwaltschaft geklärt werden. Die Unternehmenssubstanz sei Schritt für Schritt ausgehöhlt worden, sagte Voß. Nur so sei der Schuldenberg von 230 Mio. € zu erklären.

Ende Juli hatten die Stadtwerke Insolvenz angemeldet. Die Aktiengesellschaft, deren Anteile allein die 95 000-Einwohner-Stadt hält, sollte durch Überschüsse bei der Energieversorgung den Nahverkehr und einen Flugplatz subventionieren.

Der Verkehrsbetrieb benötigt einen jährlichen Zuschuss von 4,4 Mio. € Euro; der Flugplatz etwa 150 000 Euro. Diese Beträge sollten die anderen Tochterunternehmen der Stadtwerke wie etwa ein Energieversorger und ein Wohnungsanbieter als Überschüsse erwirtschaften. Das gelang aber nur über wenige Jahre.

http://www.stadtwerke-gera.de/