Tor zu anderen Dimensionen

Einfacher und effektiver Arbeiten mit mySAP Enterprise Portals 5.0

Die Flut an Daten, die Mitarbeiter in einem Unternehmen heute verarbeiten müssen, lässt sich mit einer auf den Arbeitsprozess abgestimmten Softwareumgebung leicht bewältigen. mySAP Enterprise Portals beispielsweise stellt eine Arbeitsoberfläche dar, die es erlaubt, unternehmensinterne und externe Informationen schnell und ohne Umwege miteinander in Beziehung zu setzen und an weiterverarbeitende Anwendungen zu übergeben. Derzeit sind die ersten Systeme in Vorbereitung, die auf die speziellen Bedürfnisse von Energieversorgern eingehen.

04. Juli 2002

Den Anwender aus der Zweidimensionalität seines virtuellen Desktops herauszuholen, hat sich die SAP AG vorgenommen, denn zu begrenzt empfanden die Walldorfer die Möglichkeiten, die einfache grafische Oberflächen bieten. Zwar nehmen die Rechner ihren Anwendern Routineaufgaben ab, erledigen komplizierte Rechenaufgaben, erlauben das gemeinsame Bearbeiten von Projekten, die zentrale Pflege mühevoll gesammelter Daten oder lassen Prozesse automatisch ablaufen. Doch meist bewegt sich der User auf der Ebene seines elektronischen Schreibtischs.

Auch der rollenspezifische virtuelle Desktop der SAP - genannt Workplace - war eher Abbild der eigenen Arbeitsumgebung. Doch mit Hilfe einer funktionelleren Oberfläche bewegen sich Anwender nun in einem virtuellen Raum. Sie verlassen die Grenzen des Unternehmens, indem sie sich per Mausklick Nachrichten und Informationen aus der ganzen Welt heranholen und sie blitzschnell in Beziehung mit unternehmensinternen Anwendungen setzen können („Drag&Relate“ - ähnlich dem „Drag&Drop“ unter Windows). Der Anwender bewegt sich in einem einheitlich aussehenden datentechnischen Raum, der an Dimension und Relation gewonnen hat.

Der Begriff Workplace wird dieser Arbeitsumgebung nicht mehr gerecht - es handelt sich um ein Portal - ein Tor, das Dimensionen öffnet (siehe auch den Kastentext in diesem Beitrag). Mit Hilfe von mySAP Enterprise Portals arbeiten die Mitarbeiter nicht nur im SAP-System oder der unternehmenseigenen Software. Sie bekommen beispielsweise schnellen Einblick in die aktuellen Aktienkurse, navigieren flink in Suchmaschinen oder können auf Informationen von Geschäftspartnern gezielt zugreifen. Und da der Zugriff aus einem gängigen Web-Browser heraus erfolgt, lässt sich ein Portal auch auf mobilen Geräten nutzen. Eine Geräteerkennung stellt dabei sicher, dass die Ausgabe passend für das Endgerät aufbereitet wird.

Schon ohne einen direkten Branchenbezug ergeben sich durch das Portal eine Reihe von Möglichkeiten. So lassen sich beispielsweise Urlaubsanträge schnell per Intranet versenden und bewilligen, Zeitkonten einsehen, Dienstreisen anmelden und planen und vieles mehr. Dass eine Portallösung die Effektivität selbst solcher Prozesse deutlich steigern kann, wurde in einer Studie der Universität Mannheim nachgewiesen. Und sogar das Lernen im Intranet wird durch das Portal unterstützt.

Dazu kommt die Einbindung der betriebswirtschaftlichen Software, die sich dank der rollenspezifischen Ausprägung der Anwenderoberfläche leichter bedienen lässt als im direkten Zugriff. Auch andere Softwarelösungen, zum Beispiel ein CRM- oder ein GIS System, können in die Oberfläche des Portals integriert werden. Führungskräfte schätzen besonders die übersichtliche komprimierte Darstellung von Informationen. Nur einen Mausklick sind Informationen entfernt, die Antworten auf Fragen geben wie „ Mit welchen meiner Kunden hatte ich in den vergangenen drei Monaten keinen Kontakt?“ oder „Bei welchem der Top-Kunden steht die Lieferung länger als drei Tage aus?“. Auch wesentliche Kennzahlen, die im Hintergrund aus den aktuellen Statistiken zusammengestellt werden, sind per Mausklick abrufbar, zum Beispiel Bestandsveränderung im Materiallager.

Kurzum: Das Portal soll allen Mitarbeitern eines Unternehmens ermöglichen, Prozesse effektiver zu verwalten sowie Informationen schnell zu recherchieren und auszutauschen - und das möglichst einfach innerhalb einer intuitiv zu bedienenden und personalisierbaren Umgebung. Es liegt auf der Hand, das sich diese Funktionalität um branchenspezifische Komponenten erweitern lässt. Derzeit arbeiten die Entwickler bei SAP an den ersten Aufträgen für die Versorgungswirtschaft. Ein Standardprodukt für die Branche wird von der SAP in absehbarer Zeit ausgeliefert.

Im Falle eines Energieversorgers ist zum Beispiel das Einbinden eines Energiedatenmanagements oder eines CRM-Systems denkbar. Der Anwender könnte dank seines Portals beispielsweise direkten Zugriff auf das Lastprofil eines Sondervertragskunden erhalten, wenn er dessen Namen aus der Kundendatenbank auf die Verknüpfung für das Abrechnungs- und Energiedatensystem per Drag&Relate zieht. Oder der Kunde könnte seine Stromrechnung durch ein Portal abrufen oder seinen Strom selbst „mixen“. Über Aktivitäten seines Geschäftspartners kann er sich zudem per Internet informieren - auch aus dem Portal heraus.

Die Anforderungen der Versorgungswirtschaft sind vielschichtig: Während ein Energieversorger vorrangig an einer Lösung interessiert ist, die Prozesse innerhalb des Unternehmens (per Intranet) intelligent unterstützt, wünscht sich ein anderer Lösungen, die auch den Kontakt und Datenaustausch mit Geschäftspartnern erleichtern. Dennoch werden sich im Laufe der Projekte Gemeinsamkeiten herauskristallisieren, die in den Branchenstandard einfließen und anderen Anwendern zugute kommen.

Beispielsweise die Integration gängiger Abrechnungssysteme und EDM-Lösungen oder die Einbindung mobiler Szenarien wäre für alle Energieversorger interessant. Eine Lösung, die das Abwickeln der Prozesse unterstützt und den Workflow vorgibt könnte hier eine deutliche Erleichterung bringen. Entsprechend gespannt ist die Branche auf die Umsetzung der ersten Installationen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2002