Trafo mit Bioöl-Kühlung

Stromnetz

Der weltweit erste Leistungstransformator, der mit Pflanzenöl isoliert und gekühlt wird, verbindet im Umspannwerk in Bruchsal die 380-kV-Höchstspannungsebene mit dem 110-kV-Netz des unterlagerten Verteilnetzbetreibers.

19. März 2014

Laut Trafohersteller Siemens kommt erstmals in dieser Spannungsklasse zur Isolierung und Kühlung Pflanzenöl anstatt Mineralöl zum Einsatz.

Das Pflanzenöl ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch schwerer entflammbar als Mineralöl. »Entscheidend für den Einsatz dieses Transformators war für uns die Verwendung des grundwasserneutralen, biologisch abbaubaren Isolieröls und die damit verbundene hohe Umweltverträglichkeit«, so Michael Schäfer, Leiter Anlagentechnik bei Transnet-BW, laut einer Siemens-Mitteilung. Das Isolieröl für den neuen Transformator wird laut Siemens ausschließlich aus nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen gewonnen und ist vollständig biologisch abbaubar. Daher kann der Transformator ohne weitere Schutzvorkehrungen in Wasserschutzgebieten oder in Zonen mit höheren Umweltanforderungen aufgestellt und betrieben werden.

»Die Eigenschaften des Pflanzenöls machen sich nicht nur für die Umwelt bezahlt, sondern bieten dem Kunden einen Kostenvorteil gegenüber konventionell gekühlten Transformatoren«, sagt Beatrix Natter, CEO der Business Unit Transformers bei Siemens Energy. »Dank der biologischen Abbaubarkeit des Isolieröls werden zusätzliche Auffangbehälter und Separationsanlagen am Einsatzort des Transformators überflüssig und können eingespart werden.« Weitere wichtige Aspekte sind im Vergleich zum bisher eingesetzten Mineralöl die deutlich höheren Flamm- und Brennpunkte des Pflanzenöls: Durch die geringere Entzündlichkeit des Isolieröls hat der Transformator eine höhere Brandschutzklasse. So kann die Brandschutzeinrichtung entsprechend optimiert und der Trafo auch in dicht besiedelten Wohngebieten vorteilhaft eingesetzt werden.

www.siemens.com

Erschienen in Ausgabe: 03/2014