Vor Beginn von Tiefbauarbeiten im Netzbereich sind die Tiefbauunternehmen zu einer umfassenden Leitungsauskunft bei den Trägern öffentlicher Belange verpflichtet, um mögliche Schäden an öffentlichen Versorgungsnetzen zu vermeiden. Immer mehr Unternehmen wickeln wie die Märkische Rohrleitungsbau GmbH (MRA) ihre Anfragen effizient über das webbasierte Leitungsauskunftsportal der Infrest ab.

Der 1990 gegründete Rohr- und Anlagenbauer ist im Großraum Berlin und dem Rhein-Main-Neckar Gebiet für energiewirtschaftliche Netzbetreiber tätig und beschäftigt inzwischen mehr als 140 Mitarbeiter an den beiden Standorten. Um die Leitungsanfragen effizient abzuwickeln und sich möglichst umfassend vor Regressansprüchen bei Schadensfällen abzusichern, nutzt die MRA bereits seit mehreren Jahren das Leitungsauskunftsportal der Infrest. »Wir haben uns zur Nutzung des Onlineportals der Infrest entschieden, da wir so unsere Anfragen gebündelt über eine Stelle abwickeln können«, so Markus Fitzlaff, Prokurist bei MRA.

Die in Berlin ansässige Infrest GmbH hat sich als innovationsgetriebenes Unternehmen auf digitale Lösungen für Netzbetreiber, Bauwirtschaft und öffentliche Verwaltungen spezialisiert. Die Nutzung des Leitungsauskunftsportals ist einfach gestaltet. Im ersten Schritt werden die genauen Lokationsdaten der Baumaßnahme mittels Polygonen und amtlichen Adressdaten ermittelt und die Stammdaten zur Art und dem zeitlichen Rahmen der geplanten Maßnahme abgefragt.

Lokationsdaten

Das System stellt auf Basis der markierten Fläche eine Übersicht der zuständigen und angebundenen Träger öffentlicher Belange (TöB) zur Verfügung. Gemeinsam mit den zur Erteilung der Leitungsauskunft benötigten Daten wird die Anfrage dann zentral über das System an alle beteiligten Akteure weitergeleitet. »Die einzelnen Prozessschritte wurden möglichst «selbsterklärend konzipiert und ermöglichen neuen Nutzern einen schnellen Einstieg«, so Sven Hoffmann, der bei Infrest für den Vertrieb der Lösung verantwortlich ist.

Datenbank

Wie aufwendig sich Leitungsauskünfte gestalten können, lässt sich gut am Beispiel Berlin ablesen. So sind in der Infrest-Datenbank allein für die Hauptstadt knapp 200 TöB hinterlegt, die abhängig vom Standort der Baumaßnahme von den Bauunternehmen angefragt werden müssen. »Durch die automatische Auswahl der TöB auf Basis der im System hinterlegten Daten und die zentrale Abwicklung der Anfragen verringert sich unser betrieblicher Aufwand erheblich«, so Markus Fitzlaff von der MRA weiter. Mehr als zehn Mitarbeiter in der Projektsteuerung und Verwaltung des mittelständischen Unternehmens arbeiten regelmäßig mit dem System. Die Antwortzeiten variieren je nach Prozessabwicklung bei den angefragten Unternehmen und reichen nach Aussagen der MRA von wenigen Stunden bis mehreren Tagen. Seit dem bundesweiten Rollout entwickelt sich das Infrest-Leitungsauskunftsportal zu einer zentralen Anlaufstelle zur Einbindung der Träger öffentlicher Belange. Die Zahl der bundesweit im System hinterlegten Netzbetreiber und Behörden wird kontinuierlich ausgebaut und liegt aktuell bei etwa 9.000. Infrest stellt Versorgungsunternehmen mit eigenen Systemen zur Leitungsauskunft kostenfrei eine Vielzahl von Standardschnittstellen zur Verfügung, mit denen diese medienbruchfrei angebunden werden können.

»Unser Ziel ist es, das Leitungsauskunftsportal zur zentralen Anlaufstelle für Netzarbeiten auszubauen und zukünftig möglichst flächendeckend alle Netzgebiete abzubilden, so Sven Hoffmann von der Infrest abschließend. Neben dem Leitungsauskunftsportal hat das Unternehmen bereits weitere Softwarelösungen für die webbasierte Baustellenkoordinierung sowie eine App für Baustelleninformationen auf den Markt gebracht. Georg Staß für Infrest