TU Braunschweig erforscht Energiesparpotenziale vonWerkzeugmaschinen

Die Technische Universität Braunschweig erforscht im Auftrag des VW-Werks in Baunatal die Energiesparpotenziale von Werkzeugmaschinen. Der Automobilhersteller will eigenen Angaben zufolge in Baunatal bis zum Jahr 2013 ein transparentes Energiemanagementsystem aufbauen.

20. April 2012

Mit der Kampagne ›Think Blue. Factory‹ will das Unternehmen weltweit seine Fertigungen im Hinblick auf Ressourcen- und Energieeffizienz optimieren. Seit 2010 arbeitet die TU Braunschweig mit dem VW-Werk in Baunatal auf dem Gebiet der Energie- und Ressourceneffizienz zusammen. »Das Werk verfügt über rund 5.000 Werkzeugmaschinen, zu denen viele Daten vorliegen, mit denen wir über Trendanalysen erstmalig Aussagen zur Entwicklung der Energieaufnahme von Werkzeugmaschinen ableiten können«, so André Zein, Diplom-Wirtschaftsingenieur an der TU Braunschweig. »Unsere Analysen zeigen, dass sich die Energiebedarfe von verschiedenen Maschinenkonzepten für die gleiche Bearbeitungsaufgabe um den Faktor fünf unterscheiden können. Dies bildet unsere Forschungsmotivation, nach effizienten Lösungen zu suchen«, so Zein weiter.

Die Braunschweiger haben für das nordhessische Werk 51 Ansätze zum Energiesparen entwickelt, von denen bereits 19 Ansätze im Werk verifiziert werden konnten und noch 32 im Prüfstatus zur weiteren Ausarbeitung anstehen. Dabei gehe es nicht nur um sehr naheliegende bekannte Maßnahmen, wie zum Beispiel energieeffizientere Motoren, sondern auch um grundlegend neue Ansätze. »In den Zeiten, in denen der Anwender seine Maschinen nicht in Volllast fährt, gibt es mehrere Stellhebel zum Energiesparen«, so Dr. Christoph Herrmann, Leiter der TU Braunschweig. »Eine Möglichkeit bei verketteter Produktion besteht darin, die Prozesskette so geschickt zu planen, dass keine Wartezeiten auftreten«, so Hermann weiter. Hier ließe sich viel Energie einsparen, denn bis zu 70 % des Gesamtenergieverbrauches würden auf den Grundbedarf entfallen. »Eine Maßnahme besteht daher darin, eine Maschine in produktionsfreien Zeiten soweit wie technisch möglich herunterzufahren«, erklärt Zein. »Der Auftrag lautet daher an die Branche: Konstruktion einer Werkzeugmaschine mit minimaler Grundlast, die in sehr kurzer Zeit betriebsbereit und auch betriebswarm ist.«