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Netze BW baut 100 Transformatoren mit natürlichem Isolieröl in das Leitungsnetz ein. Der Feldtest untersucht die Eigenschaften von Pflanzenöl als Transformatoröl. An einer Ortsnetzstation in Weinstadt im Rems-Murr-Kreis erfolgte der symbolische Knopfdruck zum Start des Pilotprojekts.

14. Juni 2016

Spezielle Messsysteme zeichnen in zwanzig repräsentativ ausgewählten Trafos die elektrischen und thermischen Betriebsdaten des vorwiegend aus Raps gewonnenen Öls auf.

Untersucht wird am Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik (IEH) der Uni Stuttgart vor allem das Trafoölverhalten unter verschiedenen klimatischen Bedingungen wie Hitze, Kälte, Feuchtigkeit oder starker UV-Strahlung.

 

Bald Standardbetriebsmittel?

 

Die Messwerte sollen nach einem Jahr mit Ölproben aus den Trafos abgeglichen werden. Die EnBW-Tochter erwartet sich von dem Feldtest eine Grundlage für die Entscheidung, ob die neuartigen Be­triebsmittel zukünftig als Standard in Frage kommen.

 

Einsatz in Wasserschutzgebieten

 

„Besonders interessant wäre dies für Wasserschutzgebiete oder in Bereichen mit erhöhten Brandschutzauflagen“, heißt es in einer Mitteilung.

 

In beiden Fällen ist der Einsatz des in der Branche seit Jahren bewährten Mineralöls als Isolier- und Kühlmittel nicht gestattet.

 

Der Netzbetreiber experimentiert deshalb bereits seit 2010 mit natürlichen Estern. In dem Feldtest setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben das Trafoöl Midel EN ein.

 

Preisvorteil

 

Die bestehenden Alternativen, synthetische Ester beziehungsweise Gießharze, seien laut Projektleiter Eric Junge von Netze BW wegen des hohen technischen Zusatzaufwands relativ teuer.

 

In insgesamt rund 26.500 Ortsnetztrafos der Netze BW wird der Strom von der Mittelspannung auf 400/230 Volt heruntertransformiert. Bis zu 1.000 sind im Schnitt pro Jahr zu ersetzen.

 

Netze BW rechnet nach eigenen Angaben mit einem Investitionsvolumen von etwa 600.000 €.