Über 45 Prozent Wirkungsgrad

KRAFTWERK Mit Walsum 10 wird zum ersten Mal seit elf Jahren wieder ein Steinkohleblock in Deutschland errichtet. Der Wirkungsgrad von über 45 % übertrifft andere Anlagen deutlich.

01. Februar 2007

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben sowie die Vorstandsvorsitzenden der Steag und der österreichischen EVN haben Ende November 2006 in Duisburg-Walsum gemeinsam den Grundstein für das modernste Steinkohlekraftwerk in Deutschland gelegt. Mit einem Nettowirkungsgrad von mehr als 45 % übertreffe der Block 10 andere moderne Anlagen deutlich, heißt es in der dazu veröffentlichten Pressemitteilung.

Erreicht wird dies unter anderem durch höhere Dampftemperaturen und -drücke und einen leistungsfähigen, 181 m hohen Kühlturm. Dieser erlaubt eine hohe Ausnutzung der Energie des Dampfes in der Turbine. Ein Schornstein ist nicht erforderlich, weil die Ableitung der Rauchgase über den Kühlturm erfolgt.

Den Auftrag zur schlüsselfertigen Errichtung des Blocks hat Hitachi Power Europe GmbH (HPE), Oberhausen, erhalten. Zum Lieferumfang gehören Dampfturbine und Generator, der Großdampferzeuger, die Umwelttechnik und die notwendigen Hoch- und Tiefbauarbeiten inklusive des Kühlturms. Auch die Gesamtanlagenplanung, Grundlage der Konzeptplanung der Steag, liegt in den Händen des Energieanlagenbauers.

„Die Anlage in Walsum ist die erste in Deutschland, die als Komplettpaket beauftragt wurde“, betont Hitachi Power Europe. Rund drei Jahre nach dem erfolgten Baubeginn wird der kommerzielle Betrieb des hochmodernen Steinkohle- Kraftwerksblocks mit einer Bruttoleistung von 790 MW im Jahr 2010 starten.

Auftraggeber der rund 800 Mio. € umfassenden Gesamtinvestition ist eine Projektgesellschaft, an der die Steag AG mit 51 % und das Energieunternehmen EVN AG zu 49 % beteiligt sind. Ein Großteil davon wird in die Lieferung und Errichtung des Kraftwerksneubaus investiert. „Die Auftragsvergabe ist auch ein Beleg für den Erfolg der eingeschlagenen Strategie, das klassische Produktprogramm Großdampferzeuger und Komponenten sowie Gaskraftwerke unter dem Dach des Hitachi-Konzerns um Turbinen und schlüsselfertige Kohlekraftwerke zu erweitern“, sagt Klaus-Dieter Rennert, Geschäftsführer der HPE.

Auch bei der Steag gilt der Kraftwerksbau als Erfolg. Vorstandschef Dr. Alfred Tacke: „Mit dem Block Walsum 10 stellen wir uns nicht nur dem Wettbewerb, sondern werden gleichzeitig auch unserer Verantwortung in puncto Versorgungssicherheit und Klimaschutz gerecht.“

Erschienen in Ausgabe: 01/2007