Über den Normalfall

13. Mai 2019

Erinnern Sie sich noch an das schöne Wetter zu Ostern? Wer konnte, verbrachte den Tag im Freien bei Sonnenschein und frühlingshaft milden Temperaturen. Ein paar Tage später wurde bekannt: der sonnen- und windreiche Ostermontag hat zu einem Peak bei der Erzeugung von erneuerbaren Energien geführt.

Aufgrund des wolkenfreien Himmels und der zugleich windigen Witterung wurden Berechnungen zufolge in den Nachmittagsstunden zwischen 11 und 16 Uhr bis zu 52 GWh Strom erzeugt. Die Stromlast betrug dagegen maximal 49,5 GWh. Damit konnte der komplette Stromverbrauch in Deutschland in den Peakstunden durch Strom aus regenerativen Energien gedeckt werden.

Eines Tages wird das der Normalzustand an Werktagen sein. Nicht die Ausnahme an einem Feiertag.

Soweit ist es noch nicht; aber viele Experten in der Praxis, in der Forschung und auch in Verbänden und politischen Parteien beschäftigen sich bereits damit. Woran genau gearbeitet wird lesen Sie in unserem Dossier zum Thema Erneuerbare integrieren ab Seite 35.

Außerdem in diesem Heft: ein Interview mit Domenico De Luca von Axpo über die Direktvermarktung von Strom aus bestehenden Wind- und PV-Parks nach dem Ende der EEG-Förderung (Seite 32/33).

Ein Power Purchase Agreement, kurz PPA, ist Teil der voranschreitenden Integration der erneuerbaren Energien in Deutschland.

Das Ende der EEG-Förderung für Wind- und Photovoltaik-Anlagen nach 20 Jahren Betrieb ist Ausdruck einer Zeitenwende. Sowohl für die Betreiber als auch für das deutsche Energiesystem. Direktlieferverträge werden zum Standardprodukt. »Das Potenzial ist groß«, sagt De Luca.

Die nächste Ausgabe erscheint am 23. Juli. Ihnen bis dahin eine gute Zeit. Tagesaktuelle Berichterstattung lesen Sie rund um die Uhr auf www.energiespektrum.de

Holger Dirks

Chefredakteur

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 5