Umfrage zu Elektromobilität und Ökostrom

Hat ein mit dem heutigen deutschen Strommix geladenes E-Auto eine bessere Öko-Bilanz als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor? Brauchen wir einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien? Und welche Voraussetzungen muss die Politik für wirkungsvollere Elektromobilität schaffen? Das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg ließ nachfragen.

05. September 2017

Jeder dritte Bundesbürger glaubt, dass Elektroautos, die mit dem derzeitigen Strommix aus rund einem Drittel Strom aus erneuerbaren Energien und zwei Drittel Strom aus konventionellen Gas- und Kohlekraftwerken betrieben werden, bessere Treibhausemissionen aufweisen als Autos mit Benzin- oder Dieselmotor.

Das stimmt zwar bezogen auf den CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilometer, wenn nur der für das Fahren benutzte Strom mit dem Spritverbrauch verglichen wird. Bezieht man allerdings die CO2-Bilanz der Herstellung für den Akku-Speicher mit ein, steht das Elektrofahrzeug weniger gut da.

Öko-Bilanz

Eine Untersuchung im Auftrag der staatlichen Schwedischen Energieagentur ergab kürzlich, dass mit dem heutigen Stand der Technik bei der Akkuproduktion zwischen 3,7 und 20 Tonnen CO2 entstehen. Das bedeutet, dass ein in Deutschland mit konventionellem Strom geladenes E-Auto in der Gesamt-CO2-Bilanz schlechter abschneidet als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

Nur mit 100 Prozent Ökostrom betankt, erreicht ein E-Auto, abhängig von Fahrzeugtyp und Batteriegröße, laut der schwedischen Studie nach etwa drei bis acht Jahren eine bessere CO2-Bilanz.

Schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien

Laut Umfrage des EEHH-Cluster meinen 85 Prozent der Befragten, der Ausbau erneuerbarer Energien müsste noch beschleunigt werden, um zu erreichen, dass alle der geplanten sechs Millionen Elektroautos mit Ökostrom fahren können.

Dem schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien misst die Mehrheit der Befragten außerdem eine weitere wichtige Funktion zu: 70 Prozent sehen darin eine Grundvoraussetzung für die vermehrte Verbreitung von Elektroautos.

Voraussetzungen für mehr Elektromobilität

Darüber hinaus hält die Mehrheit der Befragten eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur (90 Prozent), eine Reichweite von Elektroautos von mindestens 500 km (83 Prozent) sowie keinen oder nur einen geringen Preisunterschied zu Autos mit herkömmlichem Antrieb (80 Prozent) für zentrale Bedingungen für den Erfolg von Elektromobilität.