Umzug mit Konzept

Digitales

IT-Plattform - Mit SAP S/4HANA Utilities stellt SAP die Branchen-Software auf eine neue Entwicklungsstufe. Das bisherige IS-U-System wird damit künftig abgelöst. Dies geht auf Anwenderseite mit Fragen einher.

28. Mai 2018

Für die künftige Wettbewerbsfähigkeit ist die IT ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Energieversorger sind heute in der Pflicht, eine flexible, wirtschaftliche und skalierbare IT-Plattform aufzubauen, die über offene Schnittstellen in der Lage ist, neue Technologien, Applikationen und Funktionen in kurzer Zeit zu integrieren. Zahlreiche Anbieter mit Cloud-Services werben derzeit mit einfachen Prozessen an der Kundenschnittstelle.

Daneben sollten jedoch auch die genauen Prozessvorgaben und die Komplexität der Energielogistik nicht aus den Augen verloren werden: Personenbezogene Geräteverwaltung, MSB-Abrechnungslogiken oder die Mehr-/Mindermengenabrechnung sind als Themen zwar nicht so populär, aber essenziell bei der Abbildung reibungsloser End-to-End-Prozesse. Bei der Umsetzung dieser weitreichenden Anforderungen hat sich das ›Schlachtschiff IS-U‹ in den vergangenen Jahren klar bewährt.

Um dem steigenden Kostendruck und Innovationsbedarf auf Anwenderseite gerecht zu werden, hebt SAP mit SAP S/4HANA Utilities das energielogistisch bewährte Prozessmodell nun auf eine neue technologische Entwicklungsstufe – zum Vorteil der Kunden: Denn durch die SAP-eigene In-Memory-Datenbanktechnologie HANA wird ein Performancegewinn erzielt, der gerade für aufwendige Prozesse im Tagesgeschäft, wie Simulationsläufe für Abrechnungen oder Mahnläufe, monetär bewertbare Nutzeneffekte erzeugt.

Mit Fahrplan

Online-Analysen und -reports sind via CDS (Core Data Services) in Echtzeit möglich. Zudem stehen mit Machine Learning, Prediction, Textmining/-suche und Voice Recognition neue Funktionen zur Verfügung, die ohne In-Memory-Technologie nicht möglich wären. Diese sollen sukzessive in die kaufmännischen Prozesse integriert werden und für weitere Effizienzsteigerungen sorgen.

Modernisierung gilt ebenso bei der Oberflächengestaltung via SAP Fiori. Es wird für die gängigsten Anwendergruppen – etwa im Bereich Billing oder Callcenter – neue Oberflächen für Agenten geben, die sowohl optisch als auch hinsichtlich der Arbeitsabläufe optimiert sind. Folglich sinkt der Schulungsaufwand.

Zusätzlich stehen den Nutzern von S/4HANA Utilities spezifische Cloud-Services für die Energiewirtschaft zur Verfügung, unter anderem SAP Cloud for Energy, MaCo Cloud, sowie SAP Hybris Service Engagement Center.

Der Umstellungsfahrplan ist klar: Bereits heute können Unternehmen, die keine Marktkommunikationsanforderungen zu erfüllen haben oder für diesen Bereich andere Softwareprodukte nutzen, den Umstieg auf S4/HANA vornehmen.

Versorgern, die aktuell auf den SAP-Standard im Bereich Marktkommunikation setzen, ist eine Umstellung ab 2020 möglich. Zu diesem Termin hat SAP die vollumfängliche Bereitstellung der MaCo Cloud angekündigt.

Der Wechsel kann aber durchaus schon jetzt vorbereitet werden. So haben bereits einige Unternehmen im letzten Jahr die HANA-Datenbank von SAP eingeführt, wodurch Vorteile bezüglich der Systemperformance spürbar wurden.

Auch das SAP Hybris Service Engagement Center kann als Cloud-Anwendung alternativ zum auslaufenden Customer Interaction Center an das bestehende IS-U angebunden werden. Dadurch profitieren Unternehmen ohne großen Umstellungsaufwand von einer professionellen Callcenter-Oberfläche mit kompletter Omni-Channel-Integration.

Es ist Anwendern in jedem Fall angeraten, sich jetzt mit der Definition einer individuellen S/4HANA-Roadmap auseinander zu setzen und der digitalen Transformation auf diese Weise den Weg zu ebnen. Marcus Krüger,

Cronos Unternehmensberatung

Erschienen in Ausgabe: 05/2018