UN-Klimakonferenz beginnt

Bei der 23. UN-Klimakonferenz COP, die bis 17. November in Bonn stattfindet, steht die Vertiefung und Konkretisierung des Pariser Klimaschutzabkommens im Mittelpunkt. Es werde die größte zwischenstaatliche Konferenz, die es in Deutschland je gegeben hat, so das Bundesumweltministerium in Vorfeld.

06. November 2017

Erwartet werden demnach bis zu 25.000 TeilnehmerInnen aus allen Ländern der Welt, dazu rund 500 Nichtregierungsorganisationen und mehr als 1.000 Journalisten. Die Präsidentschaft der Konferenz hat Fidschi inne, Deutschland unterstützt als technischer Gastgeber.

Bis 2018, wenn das UN-Klimaschutzabkommen in Kraft tritt, müssen die Teilnehmer verbindliche Richtlinien definieren, wie Treibhausgasemissionen reduziert werden können und wie die Gesellschaft vor Klimaveränderungen geschützt werden kann.

Erstmals leitet ein kleiner Inselstaat die Konferenz

 „Wir begrüßen es sehr, dass mit Fidschi erstmalig ein kleiner Inselstaat die Konferenz leitet und auch die Schwerpunktsetzung bestimmt. Themen wie Minderungsambition, Anpassung und Finanzierung werden somit eine große Rolle spielen", so Dr. Karsten Sach, Abteilungsleiter Klimaschutzpolitik im Bundesumweltministerium auf einer Veranstaltung des Auswärtigen Amts, des Bundesumweltministeriums und des Wissenschaftsverbands Deutsches Klima-Konsortium am 20. Oktober.

"Als technischer Gastgeber schaffen wir den logistischen Rahmen und leisten finanzielle Unterstützung." Die COP 23 sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu der Ausgestaltung der Details des Übereinkommens von Paris.

"Abstimmungen zu den Richtlinien für die Umsetzung des Abkommens werden die Verhandlungen bestimmen. Daneben bietet die COP 23 eine Plattform für eine Vielzahl von Akteuren, die zeigen werden, dass Aktivitäten zur Treibhausgasminderung, zur Anpassung an den Klimawandel und für die Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft schon heute stattfinden.“

Oxfam: Engagierte Umsetzung

Im Vorfeld äußerten sich außerdem weitere Organisationen zum Thema. „Die zentrale Botschaft der nächsten zwei Wochen muss sein, dass die Staatengemeinschaft fest hinter dem Pariser Abkommen steht und sich nun an die engagierte Umsetzung macht – unbeeindruckt etwa durch den Rückzieher der USA unter Donald Trump", so Jan Kowalzig, Klima-Experte bei Oxfam.

Diese Botschaft gehe aber auch an die derzeit in Berlin laufenden Sondierungsgespräche für eine künftige Jamaika-Koalition. "Dort sind drei der vier sondierenden Parteien offenbar weiter der Ansicht, dass das Pariser Abkommen kaum mehr als ein unverbindliches Stück Papier ist, das keine wirksame Klimaschutzpolitik erfordert. Tatsächlich sind Bekenntnisse zum Pariser Abkommen aber in den Wind gesprochen, wenn sie nicht von Bekenntnissen zum Kohleausstieg und zum Ende oder des Verbrennungsmotors in den nächsten fünfzehn Jahren begleitet werden.“

Brennstoffzellen-Kampagne

Die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) startete im Rahmen der COP 23 die Kampagne „Multitalent Hydrogen“. Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien und der Einsatz erneuerbarer Energien in einem System, das die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr miteinander koppelt, können einen wichtigen Beitrag leisten, so die Initiative.

Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer und Sprecher der NOW: „Alle Anwendungsfelder von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien – von der Mobilität über die stationären Anlagen bis hin zu speziellen Energieversorgungssystemen – werden in Deutschland mit einem hohen Maß an Know-how und viel Engagement entwickelt."

In zahlreichen Demonstrationsprojekten seien die Produkte der Härte des Alltagsbetriebs ausgesetzt worden. „Die technische Marktreife ist nachgewiesen, wesentliche Produkte sind heute kommerziell verfügbar. Jetzt stehen weitere Kostenreduktionen im Vordergrund.“