Unabhängig nach vorn

NETZDIENSTE Nach der Übernahme durch Advent International sieht die SAG neue Wachstumschancen - vor allem im Ausland.

14. November 2006

Die internationale Private Equity-Gruppe Advent International übernahm rückwirkend zum 1. April 2006 die Unternehmen der RWE Solutions-Gruppe. Zur ehemaligen RWE-Tochter gehören die Unternehmen SAG, Nukem, RWE Industrie-Lösungen, RWE Space Solar Power und Lahmeyer International. Das umsatzstärkste Unternehmen ist die SAG, die rund 8.000 Mitarbeiter beschäftigt und in 2005 einen Umsatz von rund 1 Mrd. € erzielte. Für deren Kunden wird der Kontakt zum Unternehmen künftig einfacher, denn im Zuge der Neustrukturierung hat der Dienstleister im Bereich Energieinfrastruktur für die Versorgungswirtschaft jetzt die Gesellschaften SAG Energieversorgungslösungen, die SAG Netz- und Energietechnik sowie die SAG Holding unter dem Namen SAG GmbH in der Hauptverwaltung am Standort Langen zusammengeführt.

„Mit der Loslösung aus dem RWE-Konzern schlägt die SAG nun ein neues Kapitel ihrer Unternehmensgeschichte auf“, sagte der Geschäftsführer Michael Stadler auf einer Veranstaltung des Unternehmens Ende September in Offenbach. Durch die Fusion der ehemaligen großen SAG-Gesellschaften in Langen sei man jetzt in der Lage alle Dienstleistungen und Produkte „unter einem Dach und gemeinsamer Flagge“ anzubieten. „Von dieser Zusammenführung und dem optimierten Kundenservice sowie den kurzen Wegen zu den Ansprechpartnern werden unsere Kunden und Partner entsprechend profitieren“, erwartet Stadler.

Auch die weitere Entwicklung sieht er positiv: „Die neu gewonnene Unabhängigkeit gibt uns die Möglichkeit, weiter in Märkte vorzudringen, die bisher nicht ausreichend entwickelt waren. In Verbindung mit dem erkennbaren Anstieg der Investitionen im Energieinfrastruktursektor bietet uns das hervorragende Aussichten für ein gesundes Wachstum.“

Invest-Programm in Russland

Für seine Expansionsgedanken hat der SAG-Geschäftsführer insbesondere das Ausland im Auge, speziell Osteuropa und Skandinavien. „Alleine in Russland ist die energietechnische Infrastruktur in einem derart sanierungsbedürftigen Zustand, dass sich der halbstaatliche russische Stromversorger UES kürzlich mit der russischen Regierung auf ein zusätzliches Sofortinvestitions-Programm geeinigt hat. Von den sage und schreibe 81 Milliarden US-Dollar, die in den nächsten fünf Jahren in die zusätzliche Erzeugung sowie in den Energietransport und die Verteilung gesteckt werden sollen, wird der Staat in den nächsten vier Jahren alleine 8,5 Milliarden US-Dollar in die Modernisierung der Übertragungsnetze und der von ihm kontrollierten Wasserkraftwerke stecken“, berichtet Stadler.

Aber auch im Inland stehen die Zeichen auf Wachstum, unter anderem im Hinblick auf die Erneuerung des Kraftwerkparks. Stadler: „Investitionen in neue Kraftwerke sind immer auch Investitionen in die energietechnische Infrastruktur.“ Von entscheidender Bedeutung sei jedoch, wie sich die Deregulierungsbemühungen der Bundesnetzagentur auf künftige Investitionen auswirkten. Hier rechnet er mit mehr Investitionen, aber dies sei keine Garantie. (mn)

Erschienen in Ausgabe: 11/2006