... und kein Ende in Sicht

Die Entwicklung des Gaszählers von der Vorkriegszeit bis heute

Mitte der Dreißiger setzte die Elster Produktion GmbH, Mainz-Kastel, mit der Produktion ihres Turbinenradgaszählers Maßstäbe - und auch heute ist das Unternehmen auf der Suche nach besseren und effizienten Methoden zur Gasmessung für den industriellen Einsatz.

14. Mai 2001

Mitte der 30er Jahre hat Elster in Mainz Maßstäbe mit dem Bau des ersten Turbinenradgaszählers in der Gasbranche gesetzt. 1936 wurde der erste Turbinenradgaszähler bei der Physikalisch-Technischen-Reichsanstalt in Berlin als Großgasmesseinrichtung zugelassen. Der Turbinenradgaszähler erhielt die Bezeichnung Schraubenradgaszähler, die sich schnell als Markenbegriff von Elster etablierte. Sie wurden für den eichpflichtigen Verkehr von Nennweite 150 mm bis 1.000 mm mit einem Druckbereich PN 2,5 gefertigt und insbesondere in den Durchflussmengen von 10 bis 45.000 m3/h für den industriellen Einsatz angeboten.

Höherer Energiebedarf bei gleichen Rohrquerschnitten ließ sich nur durch die Steigerung des Leitungsdrucks befriedigen. Das damals visionierte Ziel und noch heutiger Stand der Technik ist durch die Entwicklung hochdruckneutraler Turbinenradgaszähler erreicht worden, deren Messgenauigkeit bei niedrigen und hohen Drücken praktisch gleich ist.

In Darmstadt eröffnete Elster 1978 einen eigenen Hochdruckprüfstand. Dadurch war das Unternehmen als erster Hersteller von Turbinenradgaszählern in der Lage, die Erkenntnisse der Messungen im Hochdruck in die Produkte einfließen zu lassen. Ein weiterer Prüfstand wurde 1987 in Recklinghausen aufgebaut, um auch Turbinenradgaszähler bis zur Nennweite DN 400 und Drücken bis 55 bar prüfen zu können.

Ständig in dem Bestreben, Kundenbedürfnisse zu befriedigen, noch bevor sie sich zum Bedarf konkretisierten, hat Elster Produkte hergestellt, die ihrer Zeit einen Schritt voraus waren. Die Gasmessung mittels Turbinenradgaszähler bleibt auch heute noch aktuell. Unabhängig davon wurde vor mehr als zwölf Jahren die Volumenumwertung und Datenerfassung erstmals mittels elektronischer Geräte realisiert. Mit den Komponenten DS-100 mit Batteriespeicher und Modem hat Elster 1988 die Basis einer automatisierten Zählerstandsübertragung für Sondertarifkunden geschaffen. Mehr als 12.000 Systeme arbeiten seither im täglichen Einsatz. Die Übertragung der erfassten Daten kann über Wählnetze (PSTN, ISDN, GSM) erfolgen.

Bei der Entwicklung des DL240 hat Elster die Erkenntnisse aus dem Einsatz der bestehenden DS-100 Familie sowie dem zunehmenden Wunsch nach Datenfernübertragung Rechnung getragen. Über ein integrierbares Modem können die abrechnungsrelevanten Daten direkt, ohne Begehung, aus einer Station übertragen werden. Somit stehen die benötigten Informationen sofort zur Verfügung, was den Prozess der Rechnungslegung deutlich beschleunigt.

Die Herausforderungen der sich ändernden Energiemärkte machen auch vor den elektronischen Mengenumwertern nicht halt. Der steigende Informationsbedarf und der Wunsch nach höchstmöglicher Flexibilität sind die wesentlichen Vorgaben für neue marktgerechte Produkte.

Der neue Mengenumwerter EK260 vereint langjährige Erfahrungen mit den neuen Anforderungen der Märkte. Als batteriebetriebenes Gerät ist er in den unterschiedlichen Installationen universell einsetzbar. Falls ein Netzbetrieb möglich ist, kann der EK260 auch extern gespeist werden. Wichtigste Funktion ist die integrierte ereignisorientierte Datenspeicherung mit zugelassener Höchstbelastungsanzeige, welche die exakte Auswertung des Verbrauchsverhaltens eines Abnehmers ermöglicht.

Hier werden, wie bei der Archivfunktion in DSfG-fähigen Tarifgeräten, die Zählerstände des Betriebs- und Normvolumens sowie die Mittelwerte für Druck, Temperatur, Z-Zahl und K-Zahl einerseits in einem programmierbaren Intervall (60 min) und andererseits im Falle von definierbaren Ereignissen abgespeichert. Mit jedem Datensatz wird die aktuelle Datums- und Zeitinformation sowie der zugehörige Status des Mengenumwerters abgelegt, so dass der Betrieb des Mengenumwerters jederzeit nachvollzogen werden kann.

Ereignisse können beispielsweise Betriebsstörungen wie das Überschreiten des zulässigen Betriebsdruckes sein. In diesen Fällen wird ein zusätzlicher Datensatz, versehen mit dem aktuellen Datum, der Zeit und dem Gerätestatus abgespeichert. Sinkt der Betriebsdruck wieder in die zulässigen Grenzen, wird wiederum ein Datensatz abgespeichert. Dadurch sind die Mengen, die innerhalb dieses Zeitraums verbraucht wurden, durch einfache Subtraktion der Zählerstände ermittelbar.

Seit 1996 hat Elster den Anforderungen des Jahrtausendwechsels entsprechend seine Kompetenz auf Systeme erweitert. EuroTrace, die Funklösung zur Erfassung von Monatsendwerten von Tarifkunden, ist eine Systemlösung zur geschäftsprozessoptimierenden Zählerstandsfernübertragung, die dem Versorger den direkten Export in ein Abrechnungssystem ermöglicht. Durch die zeitgleiche Erfassung von Einspeisemessstellen und die synchrone Datenerfassung von Tarifkunden können heute heizwärmeversorgte Liegenschaften energetisch bilanziert werden. Das bedeutet, dass zu einer Stichzeit, beispielsweise am Monatsende um 0 Uhr, die eingespeiste Wärmemenge der verteilten gegenübergestellt werden kann.

Mit diesem System können die Verbrauchsdaten aus EuroTrace sowie die Intervalldaten aus Mengenumwertern oder Datenspeichern in der gleichen Windows-Oberfläche abgerufen, ausgewertet, bearbeitet und exportiert werden. Für Versorgungs- und Industrieunternehmen stehen zur individuellen Adaption unternehmensspezifischer Applikationen Lösungen für den automatisierten Datenabruf bis zum automatischen Datenexport an übergeordnete Softwaresysteme wie beispielsweise SAP zur Verfügung.

Insgesamt bietet Elster heute neben den Komponenten zur Gasmessung und -regelung auch systemfähige Einheiten zur Messwerterfassung, Datenspeicherung und Mengenumwertung.

Erschienen in Ausgabe: 12/2000