Universeller Schmelztiegel

Enterprise Application Integration einmal anders

Mangel an Enterprise Application Integration (EAI)-Systemen herrscht mit Sicherheit nicht. Dennoch hat sich OM Technology entschlossen, eine eigene Lösung auf den Markt zu bringen. Project Manager Allan Stenhøj Schmidt erläutert, welche Vorteile für die OM-Lösung sprechen und wie sich das Produkt der Skandinavier von typischen EAI-Systemen unterscheidet.

11. Februar 2003

Verschiedene Anwendungen „unter einen Hut“ zu bringen - mit dieser Herausforderung haben sich schon viele Unternehmen beschäftigt. In vier von fünf Fällen wird ein Datenaustausch der einzelnen Applikationen ermöglicht, indem Schnittstellen zwischen den einzelnen Systemen geschaffen werden. Doch dies hat einen Haken: Es entsteht ein „Schnittstellenwald“, in dem man sich leicht verlaufen kann. Besonders nach einem Upgrade wird schnell klar, wie viele Schnittstellen zu anderen Systemen vorhanden sind - und damit auch der Pflege bedürfen.

Übersichtlicher gestaltet sich die Integration mit Hilfe von EAI-Systemen, die verschiedene Anwendungen unter einem Dach zusammenführen. Damit die eingebundenen Systeme miteinander kommunizieren können, ist jeweils nur eine Schnittstelle zum EAI-System notwendig. Letzteres fungiert sozusagen als Datendrehscheibe. Ein viel versprechender Ansatz, doch häufig machen zwei Dinge dem Anwender zu schaffen: Komplexität und Kosten. Darum ist jedes dritte EAI-Projekt zum Scheitern verurteilt.

„Vielen Unternehmen sind die konventionellen EAI-Systeme einfach zu kompliziert“, weiß Allan Stenhøj Schmidt, Project Manager bei der OM Technology A/S in Kopenhagen. „Die Kunden sind bei der Einführung und Pflege der EAI-Systeme auf die Hilfe von Beratern angewiesen und haben kaum eine Chance, das System zu verstehen, geschweige denn es zu beherrschen.“

Grund genug für das Softwareunternehmen OM (das in Deutschland durch die OM Germany in Frankfurt und Hamburg vertreten wird), sich eine bessere Lösung einfallen zu lassen. Die Entwickler haben sich hohe Ziele gesteckt: Ihre Lösung sollte branchenunabhängig für kleine und große Unternehmen anwendbar sein, dem Anwender selbst die Pflege ermöglichen, Echtzeitzugriff auf die eingebundenen Systeme erlauben und zudem auch noch bezahlbar bleiben. Trotzdem sollte es keine „verchromte Mammutlösung“ werden, wie sich Schmidt ausdrückt. Wer wenige Datenquellen zu integrieren hat, soll auch mit relativ bescheidener Hardware zum Ziel kommen.

Um es vorwegzunehmen: OM ist den gesteckten Zielen an EAI-Systeme recht nahe gekommen. Daher scheut sich das Unternehmen auch nicht, seine Lösung als „Produkt“ zu bezeichnen. Allan Schmidt: „Während andere EAI-Lösungen eher Projektcharakter haben, kauft der Kunde mit eMerger eine fertige Lösung, die leicht zu beherrschen ist.“ Vorgefertigte Bausteine, aus denen sich eMerger zusammensetzt, tragen zu dem geringen Projektaufwand bei. „Andere Lösungen bestehen aus einer Vielzahl kleiner Elemente, die - ähnlich einem Puzzle - viel Arbeit beim Zusammenbau erfordern. Die umfassenden Blöcke von eMerger, die über 90 Prozent der Anwendungen von Haus aus abdecken, vereinfachen die Installation deutlich“, ist Schmidt überzeugt. So sei eine solide Kalkulationsgrundlage gegeben, schließlich bleibe der Arbeitsaufwand verhältnismäßig gering.

Viel Entwicklungsarbeit steckt also in den Modulen, die eMerger zur Verfügung stellt. Das bedeute aber nicht, dass die Lösung für kleine Unternehmen unbezahlbar sei, versichert Schmidt. Wer nur ein paar Anwendungen oder Datenbanken integrieren möchte, kann mit geringen Softwarekosten rechnen. Die Hardwarefrage stellt sich für diese Anwender erst gar nicht: Ein gut ausgestatteter Personal Computer tut& pos;s schon, schließlich muss eMerger (im Gegensatz zu anderen EAI-Systemen) selbst keine Daten vorhalten, sondern arbeitet sozusagen online mit den Originalsystemen und -datenbanken.

Schmidt erklärt das Lizenzkonzept: „Kleine und große Kunden profitieren gleichermaßen von dem selben Know-how: Die Basis ist für alle Anwendungen identisch. Wer jedoch nur ein paar Bausteine verwendet, bekommt eine günstigere Lösung als Anwender, die beispielsweise 20 und mehr Quellen einbinden möchten. Das erleichtert den Einstieg.“ Doch nicht nur der Einstieg, auch der Ausbau gestalte sich anwenderfreundlich, versichert Schmidt. Wer zunächst wenige Anwendungen miteinander „verschmelzen“ möchte, kann bei späteren Erweiterungen mit der gleichen Lösung weiterarbeiten. Schmidt nennt ein Beispiel: „Eine dänische Gemeinde hat einen Online-Bürgerservice geschaffen, der Stück für Stück gewachsen ist. Heute bietet das System sogar Zugriff auf die Daten des Geografischen Informationssystems - die eMerger-Basis blieb immer gleich.“

Bestehende Anwendungen haben gezeigt, wie einfach eMerger zu pflegen sei, sagt Schmidt. „Ändert sich das Datenmodell eines der eingebundenen Systeme, kann der Anwender entweder ein Update für eMerger einspielen oder die Datenbeschreibung entsprechend ändern. Dabei helfen ihm oft so genannte Meta-Informationen, die die Datenquelle spezifizieren.“ Vor allem sei nur die eine Schnittstelle zu eMerger zu pflegen, hebt er hervor. Schmidt sieht darin einen großen Vorteil, denn „dadurch lösen sich Unternehmen aus der Abhängigkeit der Softwareanbieter. Man muss zur Integration von Applikationen nicht jeden Release-Wechsel mitmachen“. Zudem träten keinerlei Beschränkungen mehr bei der Wahl zusätzlicher Systeme auf.

Durch den Einsatz von eMerger ergeben sich auch Vorteile für die Anwender - vom Sachbearbeiter bis zur Chefetage. Daten können dank der Integration Daten aus verschiedenen Quellen in einer grafischen Benutzeroberfläche dargestellt werden und erlauben das Generieren von Kennzahlen und Berichten, die sich auf Daten verschiedener Abteilungen stützen. Sogar externe Informationen, zum Beispiel Wetterdaten oder die jüngsten Börseninformationen, lassen sich einbinden. Und: Die Informationen sind „immer frisch“, weil eMerger in Echtzeit arbeitet und Datenredundanzen vermeidet.

Erschienen in Ausgabe: 09/2002